Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 288 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316817-2316823--22662-2346157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
288 Im deutschen "Reich. konfessionelle Rücksichten aber als solche wichtigen Gründe nur bei konfessionellen Anstalten gelten sollen. Die konservativen Mitglieder der Kommission erhoben lebhaften Widerspruch gegen eine solche Zwangsvorschrift, weil man den Leiter eines Krankenhauses nicht zwingen könne, Aerzte anzuleiten, die ihm aus irgendwelchen Gründen unliebsam seien. Die Kommission beschloß aber gegen die beiden konservativen Stimmen, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. — Unter der Aeberschrift „A ntisemitische Kampfesweise" berichtet die „Volkszeitung": „Im Wahlkampf hatte der christlich-soziale Agitator Limb erg dem fortschrittlichen Reichstagsabgeordneten Dr. Reumann-Hofer aus Detmold vorgeworsen, er habe sich eines oder mehrerer Betrugsversuche schuldig gemacht, eine strafbare Urkundenfälschung begangen, einen Zeugen zum Meineid zu verleiten gesucht, er habe sich des Ehebruchs schuldig gemacht und in Detmold viele Jahre im Konkubinat gelebt. Während der Prozeßverhandlungen erklärte der Angeklagte, daß er seine Vorwürfe gegen Dr. Reumann- Hofer in den letzten beiden Punkten n i ch t a u f r e ch t e r h a l t e n könne. Er verzichtete dann auch in diesen beiden Punkten auf einen Wahrheitsbeweis. In den übrig verbleibenden Fällen versagte sein Wahrheitsbeweis glatt. Der Verteidiger Reumann-Hofers beantragte eine Gefängnisstrafe. Das Gericht erkannte aber nur auf, eine Geldstrafe, weil es den tiefen Bildungsstand des Angeklagten berücksichtige." — Der „Berliner Lokal-Anzeiger", widmet einer kürzlich auf dem jüdischen Friedhofe in Frankfurt a. M. unter allen militärischen Ehren beerdigten Krankenpflegerin folgenden Rach^- ruf: „Vor kurzem starb in Frankfurt a. M. im Alter von 77 Jahren die im ganzen Deutschen Reiche bekannte Schwester Amalie Levh, genannt die „eiserne Tante". Die Verstorbene machte die drei Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 als Krankenpflegerin mit und stand oft im schärfsten Kugelregen. Von Kaiser Wilhelm I. wurde ihr im Jahre 1870 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, ferner besaß die Verstorbene sämtliche Kriegsdenkmünzen der Feldzüge, sowie die Zentenarmedaille." A 5targar6 I. pomrrt., 7. Mai. Der jüdische Frauenverein hat eine Kommission für Stellennachweis eingesetzt, die zunächst die Zusammenfassung aller sich mit Arbeitsnachweis oder Stellenvermittlung befassenden jüdischen Vereinen und Einzelpersonen beschlossen hat. Die Ramen derselben sollen alphabetisch auf eine Tabelle geordnet, und diese Tabelle nicht nur allein mit sozialer Stellenvermittlung sich beschäftigenden Persönlichkeiten und Vereinen zugestellt, sondern auch den