Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 285 (sequence 7)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 285 „Knechte, die uns zu Knechten machen wollen", vom deutschen Volke und von seinen weltlichen und geistlichen Führern, gewünscht oder als heilsam betrachtet werden kann. Wir stehen auf dem festen Boden eines vom Heidentum sich streng unterscheidenden Gottesbegriffes, und wir kennen nur . eine Freiheit, eine solche, die alle freimacht. Von unseren Gegnern ist uns und wird uns stets jüdisches Solidaritätsgesühl zur Last gelegt, das bisher nie vorhanden war und jetzt nur durch den schweren Druck von außen bei den deutschen Juden geschaffen ist, weit unsere Religion, unsere Ehre angetastet und unsere Zugehörigkeit zum deutschen Vaterlande bestritten wird. Wir stehen für unser Judentum und unser Deutschtum ein, gewillt, beides zu verteidigen und das Vaterland' zu retten vor angeblichen Befreiern, die nur danach streben, „die Schmach des Jahrhunderts" zu verewigen! Nicht angekränkelt von des Gedankens Blässe, sondern mit der gesunden Farbe der Entschließung beherzigen wir Goethes Worte: „Feiger Gedanken bängliches Schwanken, Weibisches Zagen, ängstliches Klagen, Wendet kein Elend, macht dich nicht frei! Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, Rufet die Arme der Götter herbei! —" A. L. Korrespondenzen. x Berlin, 20. Mai. Am 6. d. M. sind im Abgeordnetenhause bei der Beratung des Kultusetats die Bestimmungen über die Anstellung jüdischer Lehrkräfte an. Volksschulen von dem Abgeordneten Cassel zur Erörterung gebracht worden. Nach diesen Bestimmungen dürfen solche angestellt werden, soweit es die Bedürfnisse der Erteilung des jüdischen Religionsunterrichtes erfordern. Der Abgeordnete bemerkte hierzu: „In größeren Städten mit vielen einzelnen Schulen, an deren jeder naturgemäß die Anzahl der jüdischen Schüler nur gering ist, wird dadurch die Anstellung solcher Lehrkräfte sehr erschwert; und in Berlin kommt es dadurch dahin, daß die Verhältniszahl der jüdischen Lehrer zu den jüdischen Schülern keineswegs der Verhältniszahl der christlichen Lehrer zu den christlichen Schülern entspricht. Wir würden ja prinzipiell unsererseits auf diese Unterschiede keinen Wert legen. Es kommt aber die traurige Lage dieser jüdischen Lehr-