Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Deutschland
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 279 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316817-2316823-2346087--22649-2346148- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rmschäu. 279 batj der Anteil der Juden an der Industrie im Steigen begriffen, ist, was nur mit Freuden begrüßt werden kann, und daß wir eine sehr beträchtliche Anzahl jüdischer Handwerker aufzuweisen haben. So wird es vielleicht Erstaunen erregen, wenn man hört, daß es im Jahre 1905 in Deutschland 271 jüdische Rhrmachermeister, 308 Sattlermeister) 977 Schuhmachermeister und 373 Glasermeister gab. — Segall weist — m. E. mit Recht —- darauf hin, daß der Uebergang einer größeren Anzahl von Juden zur Landwirtschaft in Deutschland weder wünschenswert noch möglich ist. Die Reberschätzung des sogen, jüdischen Reichtums in Deutschland ist allgemein. Wie auch sonst nach wissenschaftlicher Methode arbeitende Forscher zu ganz verkehrten Resultaten kommen, beweist Segall durch die Prüfung der von Sombart angewandten Methode, mit der dieser die jüdische Wohlhabenheit wissenschaftlich erfassen will. Das letzte Kapitel über die jüdische Frauenfrage wird sicherlich den meisten Lesern neue Gesichtspunkte und Tatsachen mitteilen. Wir werden noch Gelegenheit nehmen, aus einzelne, Punkte des so wertvollen Buches kritisch einzugehen; heute können wir es nur zur Anschaffung und Lektüre wärmstens empfehlen. Ludwig Holländer. £ Amschau. ^Karl der Große hat zuerst vorurteilslos die diplomatische Begabung eines Juden gewürdigt und ihm eine Botschaft an Harun al Raschid anvertrauL. Schon unter seinem Rachfolger wurden aber Stimmen laut, die vor -einer jüdischen Gefahr warnten und durch diese Fabel die späteren Karolinger einschüchterten. Auch in unserer Zeit genügt das irgendeinem einzelnen getauften oder ungetansten Juden von maßgebender Stelle geschenkte Vertrauen sofort dazu, aus den sogenannten „nationalen" Kreisen keifende Stimmen wachzurufen, die harmlose Menschen durch die Warnung „Juden als diplomatische Vermittler" zu schrecken suchen und eine firörsche Gefahr erfinden, zu der die Lage der beständig zurückgesetzten jüdischen Minderheit nicht den geringsten Anlaß, bietet. Wo jüdische Leiter großer Organisationen durch ihre Beziehungen zu ausländischen Geschäftsfreunden für die Beseitigung internationaler Mißverständnisse Mitwirken konnten, haben sie sich aus Vater-