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Im deutschen Reich · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. 276

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Article
An Herrn Wilhelm Schwaner, Herausgeber des "Volkserzieher"
Date
1912-06-01
Page
276 (sequence 1)
Language
German
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276 Im deutschen Reich. An Herrn Wilhelm Schwaner, Herausgeber des'„Volkserzieher". In dieser Zeitschrift richtete ich im November v. I. an Herrn Wilhelm Schwaner in Schlachtensee folgenden „Offenen Brief": „Sehr geehrter Herr! In Nr. 16 der Zeitschrift „Der Volkserzieher" beschäftigten Sie sich in einem „Deutschland undseine Führer" überschriebenen Artikel mit der gegenwärtigen Stellung der Lehrer im Staate und ihrem Verhältnis zur Regierung und zu den Parteien. Unter anderm betonten Sie dabei, daß die Vorliebe der Lehrer für die Parteien liberaler Richtung sich auch daraus erkläre, daß, von der Rechten oder dem Zentrum niemals Beseitigung des deutschfeindlichen, jüdischen Religionsunterrichts gefordert werde. Die Behauptung, der jüdische Religionsunterricht sei deutschfeindlich, werden Sie wohl auf Grund eines eingehenden Beweismaterials aufgestellt haben. Denn Sie wußten sich bewußt sein, welche schwere Kränkung Ihre Worte für die Juden enthalten. Ich fordere Sie hiermit öffentlich auf, Ihr Material bekanntzugeben oder andere Beweise anzutreten, die Ihre Behauptung rechtfertigen. Als Ehrenmann werden Sie sicherlich diesem gerechtfertigten Verlangen Nachkommen." Herr Schwaner hat mir darauf folgendes geantwortet: „Sehr geehrter Herr! Hätten Sie meinen Artikel in Nr. 16 des „V. E." selbst gelesen, so müßten Sie verstanden haben, daß ich nicht die Beseitigung Ihres Religionsunterrichts verlange, sondern die Beseitigung der jüdischen Geschichte als Religion in den deutschen Schulen. Es ist unsittlich, es ist vergiftend, wenn der Jugend eines Volkes mit selbständiger, großer Kultur die Geschichte der eigenen Ahnen als barbarisch und heidnisch, die eines fremden als Religion, als die Religion aufgezwungen wird. Zu weiterer Auskunft gern bereit!" und hat dann in einer der letzten Nummern seiner Zeitung geäußert, ich hätte kein Verlangen nach weiterer Auskunft gegabt, als Jude nicht, weil er meine Religion nicht angegriffen habe, als deutscher Staatsbürger nicht, weil ich es offenbar mit meinem Deutschtum für vereinbar halte, daß deutsche Kinder mit der Religion einer fremden Rasse acht Jahre lang seelisch und geistig geimpft werden, solange, bis kein Tropfen gesunden, eigenen Blutes mehr in ihnen sei. Zur näheren Erklärung des

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