Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Die Zukunft der Juden
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
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Zm deutschen Reich. «Aist des ßenttslvmins deutscher StautsdSrger jkdischeu Glaubens. Srfcheitit zwölfmal im Jabre. Der „Cemra! - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu brslärkerr. (§ l der Satzung des Vereins.) LVHl. Fahrg. Berlin, Juni 1912. Nr. 6. „Die Zukunft der Inden." Vortrag gehalten in der Versammlung vom 20. Februar 1912 von Iustizrat I)r. Eugen Fuchs. In neuerer Zeit ist von Christen und Juden viel über die Zukunst der Juden gesprochen und geweissagt worden. Ich komme heute zu Ihnen nicht als neuester weissagender Prophet — znm Propheten fehlt mir Neigung und Fähigkeit. —, sondern als einfacher Mensch und Referent. Ich habe das Referat über Sombarts Schrift: „Die Zukunft der Juden" übernommen, weil ich anläßlich der Festrede zur Säkularfeier mich mit ihm habe beschäftigen müssen. Ich habe ihn dort neben Treitschke und Eduard von Hartmann behandelt. Heute will ich mich lediglich mit ihm befassen. Die Damen und Herren, die meine dortige Rede gehört haben, bitte ich um Entschuldigung, wenn ich manches wiederholen muß, was ich dort gesagt. Ich will nur von dieser Schrift, nicht von seinem Buche: „Die Juden und das Wirtschaftsleben" sprechen. Dieses Buch zu besprechen, fehlen mir historische, theologische und nationalökonomische Studien. Ich will auch über seine Vorträge, die teils Begeisterung, teils Empörung verursacht haben, nicht sprechen, weil ich weiß, daß in der Erregung der öffentlichen Rede manches Wort nicht so heiß genommen werden will, als es gesagt ist. lieber das Buch „Die Zukunft der Juden" kann ich sprechen, weil er diese Schrift lediglich eine Bekenntnisschrift nennt, die nur das enthält, was er als Mensch und Zeitgenosse über die Zukunft der Juden sagt, und bä ich auch Mensch und Zeitgenosse bin, so bin ich legitimiert, über das Buch zu referieren und es zu kritisieren. Will ich objektiv referieren, so muß. ich allerdings möglichst wörtlich zitieren; denn die Schrift, die glänzend und