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Im deutschen Reich · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. 233

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-05-01
Page
233 (sequence 3)
Language
German
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V er einsnachrichten. 233 Herr Jakob Haas mit einer Ansprache eröffnete, in der er einen kurzen Reberblick über die Geschichte der hiesigen Ortsgruppe gab. Sodann sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Holländer über: „Die Selbstverteidigung der deutschen Jude n." Der Redner erwähnte, daß im Elsaß, schon vor der französischen Revolution Männer wie Iesaia Berr-Bing die restlose Gleichberechtigung in politischer, wie in gesellschaftlicher Beziehung verlangt haben. Diese r e st l o s e Gleichberechtigung zu erkämpfen, sei das Ziel des Central-Vereins, der zu diesem Zweck danach strebe, daß sich überall im Deutschen Reiche Ortsgruppen des Central-Vereins bilden. Einerseits sei das nötig, weil bei den verschieden gestalteten Verhältnissen die Entscheidung über die Art des Vorgehens dem Ermessen der lokalen Instanzen überlassen werden müsse, andererseits, damit der Central-Verein tatsächlich den Gesamtwillen der deutschen Iudenheit repräsentiere. Redner führte sodann aus, wie die Arbeit des Vereins sich auf den verschiedensten Gebieten bewege. In religiöser Beziehung gelte es, Aufklärung über das Judentum in weite Kreise des Christentums hineinzutragen. Deshalb habe der Verein in letzter Zeit gegen das „Hammer"-Flugblatt Fritsches, in dem die Moral des Judentums angegriffen werde, ein Flugblatt verbreiten lassen, in dem die Haltlosigkeit jener Angriffe dargelegt ist. Im Kampf um die rituelle Schlachtmethode stehe der Verein ebenfalls in vorderster. Reihe, er lenke auch sein Augenmerk auf die Schulbücher und die Schulbibliotheken, um die Jugend vor dem Gifte des Antisemitismus zu schützen. Diesen wiederholt von Beifall unterbrochenen Ausführungen folgte eine Schilderung der Zurücksetzungen und des wirtschaftlichen Antisemitismus sowie eine Darlegung, wie dem gegenüber vorzugehen sei. Als Korreferent hob dann der Vorsitzende der Straßburger Ortsgruppe, Herr Rechtsanwalt B ernste im, die verhältnismäßig günstige Lage der Straßburger Juden hervor. Ls gelte aber dem seit einigen Jahren bemerkbaren Umsichgreifen des Antisemitismus entgegenzutreten, deshalb sei der Beitritt zum Central-Verein zu empfehlen. Mit Rücksicht auf die besonderen lokalen Verhältnisse Straßburgs sei eine Ortsgruppe unbedingt erforderlich, die jeden Fall aus der Räste zu beurteilen in der Lage sei. Nachdem auch Herr Max Epstein namens der Ortsgruppe zum Beitritt aufgefordert, befürworteten die Herren Oberrabbiner Dr. Retter- Metz, cand. iur. Ed m. Weill, der Vorsitzende des Iugendbundes, und Direktor Löwe- Braunschweig den Beitritt zum Verein. Rach dem Schlußwort des Herrn Dr. Holländer schloß Herr Haas mit Dankesworten an die Redner und an die Erschienenen die Versammlung. — In Wetzlar hat am 17. März die diesjährige Mitgliederversammlung der dortigen Ortsgruppe stattgefunden. In

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