Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-05-01
- Page
- 229 (sequence 5)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 229 die Volksinteressen freimütig gegen die Machthaber verfocht, sich als wahre" Patriot über Hannibal Fischers Versteigerung der deutschen B u n d e § f l o 11 e tief empört äußerte. Er schrieb: „Wissen mögen es kommende Geschlechter, daß das Volk rein ist bei dieser Tat. Wissen mögen es unsere Kinder, daß nicht wir es sind, die unsere Ehre öffentlich zu Markte getragen und meistbietend unter den Hammer eines Ausrufers gestellt. Wir nicht! Nicht das Volk! Die hohe deutsche Bundesversammlung ist es, die Majorität der Vertretung der sämtlichen souveränen Negierungen Deutschlands ist es, die „Kaufliebhaber" für deutsche Ehre sucht und in deren Namen ihr Kommissar Verkaufsbedingungen und gewünschte Notizen jedem zu geben verspricht, der sich meldet! Jedem zu geben, gleichgültig, wohin die Neste jener unglücklichen Flotte gebracht werden.Aber ihr Kinder und Enkel, ihr Bürger künftiger glücklicher Zeiten! Verleugnet uns, eure Väter, nicht,' wenn ihr auf das Blatt stoßt, wo die heutigen Taten verzeichnet sind! Wir stehen im Geiste beschämt und gebeugt vor euch, weil wir das Nnheil nicht, abzuwenden vermochten, welches über Deutschland hereingebrcchen und es wieder zerrissen hat, um die Fetzen der E i ritz eits trau me meistbietend zu verhandeln an jeden, der ein hohes Angebot macht." Wir gehören zu dem kommenden Geschlecht, an das Bernstein sich gewandt hat, um eine Flotte zu retten, die nicht zum Angriff, von dem jetzt Antisemiten träumen, sondern zur Verteidigung des Vaterlandes dienen sollte. Wir stehen auf Bernsteins Standpunkt, der auch der Gabriel Niessers war, denn dieser Männer Ein hei ts träume sollen mehr und mehr verwirklicht werden durch gleiches Recht und gleiche Pflichten. Für diese Einheit, die durch Nassen- und Glaubenshaß gefährdet wird, gilt es zu kämpfen und zu opfern. Wenn mit dieser Einheit die Gleichberechtigung aller Staatsbürger verbürgt wird — dann rufen die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens: es soll an uns nicht fehlen! A. L. * Korrespondenzen. V Berlin, 22. April. Die „Dtsch. Tgs.-Ztg." hat einen Aufruf zu einer Ehrung für Theodor Fritsch, den Herausgeber der antisemitischen Zeitschrift „Der Hammer", veröffentlicht, der, wie es in dem Aufruf heißt, „wegen Kennzeichnung des hebräischen Talmud-Gottes" eine harte Gefängnisstrafe verbüßen mußte,