Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Ein jüdischer Kaufmann [Rezension]
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 203 (sequence 5)
- Language
- German
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Vermischtes. 203 er seine Lebenserinnerungen mit dem Goetheschen Worte schließt : „Ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt ein Kämpfer", so können wir ihm Zurufen: „Du hast einen guten Kampf gekämpft!" Mögen dem verdienten Manne noch viele Jahre eines gleich arbeitsamen und erfolgreichen Lebens beschieden sein — das ist der Wunsch, mit dem wir von dem Buche und dem Verfasser scheiden. .J. 8. * Vermischtes. Juden als Offiziere. „Die achtunggebietende Persönlichkeit vor der Front fehlt angeblich den jüdischen Offiziersaspiranten", so suchte Herr von Heeringen die Zurücksetzung der Juden im Heere zu rechtfertigen. Mit dieser Ausrede setzt man sich bekanntlich auch heute noch über die einfachsten Rechtsgrundsätze hinweg, die indes erfahrungsgemäß in dem Augenblicke wieder Geltung erhalten, in welchem die jüdischen Aspiranten zum Christentums übertreten. Da ist es nun doppelt interessant, zu sehen, wie anders es in früheren Zeiten gewesen ist. In Frankfurt a. M. wurde am 13. Februar der Hauptmann Landwehr a. D. Joseph Gernsheim bestattet. Gernsheim, in Worms ansässig, war Ritter hoher Orden, erster Vorsitzender des Hassia-Bezirks und der militärischen Vereine Worms, Präsidialmitglied der Landeskriegerkameradschaft Hassia, und spielte eine hervorragende Rolle in diesen Vereinen. Er hatte im Jahre 1870 das Offizierspatent erhalten, und die dem Verblichenen allzeit gezollte Wertschätzung und Verehrung kamen auch in dem imposanten Zuge zum Ausdruck, der der Leiche Gernsheims bis zur Rheinbrücke in Worms das Geleite gab. Vor dem Trauerhause waren u. a. erschienen: das Präsidium des Landeskriegerverbandes Hassia, Herr Major Beck in Vertretung des erkrankten Herrn Generalmajors Frhrn. von Hey st Herr Hauptmann Waldecker und Herr Hauptmann Auler, eine Abordnung aus Frankenthal, Vertreter des Präsidiums des Kgl. Bayer. Veteranen- und Kriegerbundes und der pfälzischen Kampfgenossenschaft, sowie des Militärvereins Frankenthal,, ferner die Offiziere des Regiments mit Herrn Oberst v. Behr und Herrn Oberst von Heimburg; der Landwehroffiziersverein, die Spitzen der -Behörden, Herr Kreisrat Geh. Regierungsrat Di-. Kayser, Herr Oberbürgermeister Köhler, die Vorstände der übrigen Behörden und dann in, unabsehbarer Zahl die Herren der Bürgerschaft, unter diesen Herr Or. Cornelius Frhr. v. Heyl als Vertreter unseres Reichstagsabgeordneten. Des Kaisers ehemalige Soldaten schreibt die „Wormser Zeitung" mar-