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Im deutschen Reich · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. 193

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
[Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
Date
1912-04-01
Page
193 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 193 Beifall belohnten Vortrage unfern „Kumpf ums Recht". Der Referent gab einen kurzen historischen Ileberblick über die Lage der Juden vor und nach der Emanzipation, zeigte die bestehenden Mißstände auf den verschiedenen Gebieten des politischen, sozialen und gesellschaftlichen Lebens und die Wege zu ihrer Bekämpfung. Häufige Zwischenrufe bewiesen das Interesse, mit dem die Versammlung den Worten des Redners folgte. Herr Prediger Goldmann-Herford bat die Glaubensgenossen, ihre Zustimmung nicht nur durch Beifall, sondern durch Beitritt zum Central-Verein kundzugeben und durch persönliche Mitarbeit unsere Vereinsbestrebungen zu fördern. 50 neue Mitglieder zeichneten sich in die aufgelegten Listen ein. An der anschließenden Debatte beteiligten sich die Herren Lehmann-Oeynhausen, Prediger Liepmannsohn-Minden und Dr. Herzfeld. Nachdem Herr Direktor B a r u ch um tatkräftige Mitarbeit und um das Hineintragen der Bestrebungen des Central- Vereins in die einzelnen Gemeinden gebeten hatte, schloß Herr Iustizrat B u r g h e i m- Minden die Zusammenkunft. — Alle die zahlreichen Mitglieder unseres Vereins, die sich in den letzten Monaten mit dem Ausdrucke tiefster Empörung und nur allzu berechtigter Entrüstung über das maßlose antisemitische Treiben Fritschs an uns gewandt haben, dürfte es interessieren, zu erfahren, daß nunmehr von seiten der Königlichen Staatsanwaltschaft Leipzig auf unsere Strafanzeigen hin g e g e n T h e o d o r Fritsch wegen der „Hammer"-Flugblätter Nr. 4 und 6 Anklage wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft erhoben worden ist. Desgleichen wird sich Fritsch wegen desselben Vergehens auch bezüglich einer neueren Schrift zu verantworten haben. — Im Beiblatt des „Oberschlesischen Kuriers" vom 20..Januar 1912 befand sich eine Einsendung aus Myslowitz vom 19. Januar, betitelt „Unter falscher Flagge". In dieser wurde berichtet, daß Herr Rechtsanwalt Lichtenstein aus Salzwedel einen Vortrag über das Thema „Wie wählt das freiheitliche Bürgertum bei der bevorstehenden Stichwahl?" halten würde. Es wurde vorausgesetzt, daß die Antwort lauten würde: „sozialdemokratisch" und erwähnt, daß sozialdemokratische Agitatoren in der Diskussion für ihre umstürz lerischen Pläne eintreten würden. Sodann heißt es wörtlich: „Dazu muß der Ruf an das freiheitliche Bürgertum ein Lockmittel abgeben. Man sehe sich einmal die Herrschasten, die für die Sozialdemokratie arbeiten, genauer an, und man wird mit Leichtigkeit entdecken, daß ein Christ, ob Protestant oder Katholik, mit dieser Advokatenkunst nichts zu tun hat. Michel wach auf!" Da die Einsendung in der gebrachten Form offenbar den Charakter einer stark antisemitischen Hetznotiz trug, wandte sich der Vor-

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