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Im deutschen Reich · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. 181

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
[Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
Date
1912-04-01
Page
181 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. LSI weiter zu kämpfen, erweckte bei den Teilnehmern minutenlangen Beifall. Einen ausführlichen Auszug der Festrede beabsichtigen wir in der nächsten Bummer unserer Zeitschrift zu bringen. Sodann sprach Herr Iustizrat Breslauer für den Vorstand der jüdischen Gemeinde und auch für den Verband der oeutschen Juden. Er hob dankbar die ausschlaggebende Bedeutung des Central-Vereins für den Kampf ums Recht und die innere Hebung der deutschen Juden hervor. Als weitere Redner folgten die Herren Geh. Regierungsrat Du. Pieck, Iustizrat Kutznitzky für die Großloge, Rechtsanwalt Fritz Grünspach für die im K. C. vereinigten Korporationen, insbesondere die „Sprevia", Du. Rosenkranz für das Präsidium des B. I. C., sowie der Chargierte der „Dahlemia". Zwischen den einzelnen Reden wurden u. a. auch mehrere eigens für diesen Tag gedichtete Kommerslieder gesungen, die ebenfalls unter den Versammelten großen Anklang fanden, so daß die Veranstaltung erst nach Mitternacht ihr Ende erreichte. — Aus Anlaß der Säkularfeier hat der Central- Verein zusammen mit anderen Organisationen eine populäre Schrift: „Zur Jahrhundertfeier des Iudenedikts vom 11. März 1812" herausgegeben, deren Verfasser der Prediger Dr. Paul Rieger ist. Die Schrift ist bisher bereits an etwa 20 000 jüdische Schulkinder zur Verteilung gelangt; weitere Exemplare sind durch das Vereinsbureau zum Preise von 40 Pfg. erhältlich. — Die rührige Ortsgruppe R. W. veranstalLete am Montag, den 25. Februar d. I. im Weißen Saale des Rord- West-Hotels, Turmstraße 7/8, eine Versammlung, in welcher Herr Di-, oec. publ. Segall über das aktuelle Thema: „Wirtschaftslage und Berufswahl der deutschen Juden" in einstündiger Rede referierte. Aus dem interessanten Vertrag seien kurz folgende wichtigen Punkte erwähnt: In der Einleitung schilderte der Redner den Zusammenhang zwischen dem sozialen Aufbau der deutschen Juden und ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Verfassung und schilderte kurz die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland von 1875 bis 1905. Er wies insbesondere auf die Wanderbewegung, sowohl die überseeische, wie die binnenländische hin und auf ihren Einfluß auf die rückläufige Geburtenzahl. Die geringere Zunahme der erwerbstätigen deutschen Juden führte er im Gegensatz zu Raumann nicht so sehr aus die schwache natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung, als vielmehr auf ihre eigenartige Berufszusammensetzung zurück. Sehr ausführlich verbreitete sich der Redner dann über die gegenwärtige Wirtschaftsverfassung der Juden, wies nach, daß auch heute noch der überwiegende Teil vom Handel lebt,

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