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Im deutschen Reich · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. 168

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
Ein Jüdisch-Germanisches Museum
Date
1912-04-01
Page
168 (sequence 3)
Language
German
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168 Im deutschen Reich. darbieten würde. Die Deutschen jüdischen Glaubens aber, die dieses Bild gestalten werden, tragen dadurch nicht nur zum Verständnis und zur besseren Würdigung des deutschen Judentums in der Vergangenheit bei, sondern auch zum weiteren Ausbau des Germanischen Museums, dieses vaterländischen Kleinods, so daß auch sie dereinst sagen können, wie vor 900 Jahren Bischof Rüdiger von Speyer, als er das Dorf Speyer der Stadt einverleibte und auch die Juden dorthin verpflanzte: „Putavi milies amplificare honorem loci nostri, ich habe geglaubt, den Glanz unseres Ortes dadurch außerordentlich zu vergrößern". So möge das „Jüdisch-Germanische Museum" in nicht zu ferner Zeit Gestalt und Bedeutung gewinnen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschlechtern zur Lehr', dem deutschen Judentum aber zur Ehr'! * Die „Iudenpresse". In der „Germania" vom 9. März war zu lesen: „Etwas mehr Bescheidenheit!" Dem Reichsboten schreibt man aus Magdeburg: „Dienstag, den 22. Februar, fand hier im Spiegelsaale des „Fürstenhofes" eine Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt, der es als seine Ausgabe, ansieht, die Rechte der innerhalb des Deutschen Reiches wohnenden Juden zu wahren und den einzelnen wie die Gesamtheit gegen erfahrene Anbill zu verteidigen. Dagegen wäre, wohl nichts einzuwenden. Doch zeigt die Hauptrede des Abends, daß der Verein mit seinen jetzt 120000 Mitgliedern durch seine Berliner Führer zu tätigem Eingreifen in der Tagespolitik veranlaßt werden soll. Sanitätsrat Dr. Wiesenthal redete über: „Die Reichstagswahlen und der Antisemitismus". Auch das kann man ihm nicht verwehren. Wenn aber der Mann sich hinstellt und es wagt, bei seinem Vo rtrage den Mund so voll zu nehmen, daß er behauptet, politische Feinde seien es, die das Vorhandensein einer Iudenpresse mit'christenfeindlicher Tendenz immer wieder vorbrächten, so kann man dazu nicht schweigen, sondern muß zu dem alten Stück er scheu Rezept greifen: „ne nimis", d. h. etwas mehr Bescheidenheit und Wahrheit! „Es gibt keine Iudenpresse mit christenfeindlicher Tendenz!" Die skühne Wort läßt wohl verschiedene Redak-

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