Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-03-01
- Page
- 151 (sequence 6)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 151 Rechtsfrieden schaffen. Augenblicklich habe der Antisemitismus in der Presse wieder ein Maximum erreicht, was die politischen Ereignisse der letzten Zeit verschuldeten. „Im Reichstagswahlkämpf sind in der Zentrumspresse Angriffe gegen uns gerichtet worden, wie wir sie von dieser Seite bi,s jetzt nicht gewohnt waren. Wir verlangen vollständige Toleranz, und wir üben sie auch." (Zustimmung.) Redner ging dann auf die Armeefrage, den Antisemitismus in den Schulen und die Berufssrage für die Juden ein und schloß, nachdem er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer besonders auf die Kampfesweise des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes (der sich bekanntlich die Bekämpfung des jüdischen Einflusses im Handelsgewerbe zur Aufgabe gemacht hat) gelenkt hatte, mit einem Aufruf zur Unterstützung einer Aufgabe, die nicht nur eine jüdische Angelegenheit ist, sondern zum Fortschritt des ganzen deutschen Vaterlandes beitragen wird. (Lebhafter Beifall.) An der sich anschließenden Aussprache beteiligten sich die Herren Dr, Paul Homburger und Dr. med. Lewy - Freiburg. Zum Zwecke der Propaganda in Karlsruhe wurde eine Ortsgruppe des Landesverbandes gegründet. Mit Worten des Dankes an die Redner des Abends schloß Herr Stadtrabbiner Dr. Appel die Versammlung. — Die mit unserer Propaganda gemachten Erfahrungen haben besonders in den letzten Monaten nicht nur den erfreulichen Beweis dafür geliefert, daß die Sympathie für unsere Sache in fast allen Teilen Deutschlands im Zunehmen begriffen ist, sondern auch für die Rotwendigkeit, durch eine intensive Versammlungstätigkeit das Interesse für unsere Arbeit zu wecken und aufrecht zu erhalten. Ilnsere Zeitschrift, die jetzt in einer Auflage von 34 000 Exemplaren erscheint, dient zwar demselben Zweck, aber die mündlichen Belehrungen über das, was wir leisten, und was wir wollen, ist dennoch nahezu unentbehrlich. lieber die Erfolge der Vortragsversammlungen, die im vorigen Jahre in Westdeutschland auf Veranlassung unserer Landes- Ausschüsse gehalten wurden, haben wir bereits ausführlich berichtet. Sie sind in den letzten Wochen durch sehr erfreuliche Erfolge ergänzt worden, die durch Versammlungen in einzelnen kleineren Gemeinden in Posen, Ost- und Westpreußen erzielt wurden. Herr Kreisrabbiner Dr. Beermann hat durch seine mit Beifall aufgenommenen Vorträge, besonders in Ostpreußen, unserem Verein eine erfreuliche Zahl von Mitgliedern zugeführt. Aber auch die Vortrage, die Herr Rabbiner Dr. Wohlberg in Rakel, Zempelburg, Schönlanke, Schweiz a. W., Culm und Flatow gehalten hat, haben unsere Sache sehr gefördert. Aeber die in Schwetz abgehaltene, außerordentlich