Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / L.
- Date
- 1912-02-01
- Page
- 99 (sequence 9)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 99 Antisemitismus zu treiben. Mit der ganzen Richtung dieses Blattes sowie mit den Aufgaben der Fortschrittlichen Volkspartei würde sich eine antisemitische Haltung nicht vereinbaren lassen. — Im Gegenteil rechne ich die Bekämpfung des Antisemitismus zu meinen politischen und menschlichen Verpflichtungen. Diese Erklärung gebe ich frei und nach bestem Wissen und Gewissen ab." Wir freuen uns zwar konstatieren zu können, daß dank dem einmütigen und energischen Vorgehen unserer Glaubensgenossen die antisemitische Anwandlung des „Gothaer Tageblatts" so rasch und gründlich beseitigt wurde, bedauern aber aufs , lebhafteste, daß eine freisinnige Zeitung sich eine Entgleisung zuschulden kommen ließ, die man bisher nur in der Ahlwardt- und Stöckerpresse zu finden gewohnt war. — Vor einiger Zeit erschien im „Wiesbadener Tageblatt" die Annonce einer Firma Ludwig I ung, in der mit Hilfe eines sehr auffälligen Klischees, das nach Art antisemitischer Witzblätter die Karrikatur eines jüdischen Geschäftsmannes darstellte, zum Bezug der Union -Briketts aufgefordert wurde. Im Verlaufe der Angelegenheit haben wir nunmehr von der ercmtiu dieser Firma, dem Braunkohlen-Brikett- Verk aufsverein G. m. b. H. in Eöln, die Mitteilung erhalten, daß sie sofort die Firma Jung auf die bedenkliche Fassung der Annonce aufmerksam gemacht, und daß diese darauf ihr Bedauern ausgesprochen habe, die Annonce in vorliegender Form aufgegeben zu haben. Gleichzeitig hat uns der Braunkohlen-BriketL-Verkaufsverein die Zusicherung gegeben, bei seinen Abnehmern dafür Sorge tragen zu wollen, daß unsere Glaubensgenossen in Zukunft durch Annoncen ähnlichen! Inhalts nicht wieder beleidigt werden. — Ilnsere Liste der Apotheker, die bei Ausschreibung von Stellen jüdische Bewerber aus - sch ließen, bedarf leider der Ergänzung, da die „Pharmazeutische Zeitung" neuerdings wieder Inserate solcher Apotheker veröffentlicht hat. Zum 1. Januar suchten: Herr R. Wilcken-Schöningen einen zuverlässigen Herrn (Christ) für Rezeptur und Handverkauf; Herr Th. Scriba in Schotten i. Oberhessen einen soliden Mitarbeiter (Christ); Herr E. Kiel in Hannover für die Aegidien-Apotheke einen unexaminierten Herrn (Christs- Herr Philipson in Leer i. Ostfries land einen examinierten Mitarbeiter und flotten Handverkäufer (Christ); Herr Di-. O. Sarfert in Rostock für die Auiversitäts-- Apotheke einen unexaminierten Herrn (Christ) für Defektur;