Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / L.
- Date
- 1912-02-01
- Page
- 94 (sequence 4)
- Language
- German
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94 Im deutschen Reich. besonders dem Handwerk, der Landwirtschaft und dem Gartenbau zuführen sollten, damit nicht ein akademisches Proletariat bei uns erwachse. Es sei nötig, daß wir uns zur Erlangung und Wahrung der uns wie allen Bürgern zustehenden versassungs-. mäßigen Rechte zusammenschließen, andererseits müsse aber jeder an seinem Teile zur Beseitigung der bestehenden Vorurteile beitragen. Zu diesem Zwecke müsse ein engerer Verkehr insbesondere irü gesellschaftlicher Beziehung mit unseren Mitbürgern angestrebt werden, selbstverständlich nur in würdiger Weise. Dazu müsse Selbstzucht geübt werden, es müsse auch jeder in seinem Kreise Aufklärung zu verbreiten suchen; das könne geschehen vor allem durch Eintritt in die politischen Vereinigungen, denen man je nach seiner politischen Ansicht beitreten müsse, um hier die falschen Ansichten über uns und unser Judentum bekämpfen zu können. Anhaltender Beifall folgte diesen Ausführungen des Redners, dem der Leiter der Versammlung den Dank der Chemnitzer Ortsgruppe aussprach. Im Anschluß an den Vortrag meldete sich eine ansehnliche Zahl neuer Mitglieder. — Der Vorstand der Ortsgruppe Chemnitz besteht jetzt aus den Herren Kaufmann Leopold Eger, Rechtsanwalt Di*.. Mühlfelder, Färbereibesitzer Georg Mecklenburg und Fabrikanten Gotthold Schreiber. -- Die Ortsgruppe Zabrze des Central-Vereins hat hat am 28. Dezember eine öffentliche Versammlung veranstaltet, für die Rabbiner Di*. Go Id mann-Oppeln als Redner gewonnen war. In seinen einleitenden Worten gedachte der Vorsitzende Herr B. Wienskowitz zunächst der dem Verein durch den Tod entrissenen Mitglieder und gab dann einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im verflossenen Vereinsjahre. Hierauf hielt Herr Dr. Gold mann einen Vortrag über das Thema „Berufswahl der jüdischen Jugend". Der Redner verstand es, durch seine Ausführungen das zahlreich erschienene Publikum länger als iy2 Stunden zu fesseln. Am Schluß richtete er eine dringende Mahnung an die Anwesenden, weiter für den Central-Verein zu arbeiten und zu werben, damit er in allen jüdischen Kreisen Eingang finde. Der Ortsgruppe, der bereits 140 Mitglieder angehören, traten daraus wiederum mehrere Herren als Mitglieder bei. — Trotz der kurzen Frist, welche dem Vorstände der Ortsgruppe H o h e n s a l z a zur Vorbereitung einer Versammlung zur Verfügung stand, nahm am 30. Dezember die geplante Veranstaltung einen höchst befriedigenden Verlauf. Die Mitglieder de.r Ortsgruppe waren fast vollzählig erschienen; ihnen schloß sich eine stattliche Anzahl von Herren und Damen als Gäste an. Nach warmherzigerBegrü.ßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Herrn Sanitätsrat Di*. Warschauer, gab Herr Kreisrabbiner