Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-02-01
- Page
- 88 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Im deutschen Reich. selber in Lexiken erklären, daß der Talmud und Schulchan aruch die wichtigsten, gemeinverbindlichen Gesetze der Iudenschast enthalten. Wan könnte fast meinen, diese Gegenüberstellung von Aussagen des Herrn Prof. Strack könnte einen Staatsanwalt interessieren. Es ist mancher deutsche Schriftsteller wegen geringerer Nnstimmigkeiten vor Gericht gezogen worden, als sie sich hier geltend machen." Die Staatsanwaltschaft erhob darauf Anklage gegen die „Staatsbürger-Zeitung", und am 6. Januar d. I. fand die Verhandlung statt. Der angeklagte Redakteur Buchow, verteidigt von dem bekannten Antisemiten Rechtsanwalt Nlrich, gab zu, daß der Aufsatz den Anschein erwecken könne, als ob er dem Kläger den Vorwurf eines Falscheides oder Meineides habe machen wollen, und entschuldigte sich damit, daß er zur Zeit der Aufnahme des Artikels mit Arbeiten fast überlastet und deshalb nicht imstande gewesen wäre, den Artikel so sorgfältig zu prüfen, wie es nötig gewesen wäre. Rach längeren Verhandlungen wurde ein Vergleich geschlossen, nach dem der Angeklagte sich verpflichtet, dafür zu sorgen, daß eine Herrn Prof. Strack befriedigende Erklärung in der „StaaLsbürger-Zeitung" abgedruckt werde; außerdem verpflichtet er sich, zu Händen des Nebenklägers für wohltätige Zwecke 50 M. zu zahlen und die Kosten des Verfahrens zu übernehmen, bzw. dem Nebenkläger zu ersetzen. — Am 9. Januar brachte die „Staatsbürger-Zeitung" nachstehende Erklärung seines ehemaligen „Schriftleiters": „Am 1. September hat die „Staatsbürger-Zeitung" einen Artikel gebracht: „Prof. Strack, der Talmud Held". In diesem Artikel ist dem Professor der Theologie I). Dr. Hermann L. Strack an der Nniverfität Berlin vorgeworsen worden, daß er es mit feiner Eidespflicht als Sachverständiger nicht genau genommen habe und daß, er im Dienste des Eentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens tätig fei. Ich nehme diese Vorwürfe hierdurch mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und erkläre, daß ich von dem guten Glauben und der persönlichen Lauterkeit des Arbeiteus des Herrn Prof. Strack überzeugt bin. Willi Buch-Buchow." — Der „Voffischen Zeitung" ist kürzlich nachstehende Mitteilung zugegangen: „Mancher, der die Satzungen der Sektion Mark Brandenburg des deutschen -und österreichischen Alpenvereins kennt, wird mit lebhaftem Bedauern von der Nachricht Kenntnis genommen haben, daß zwei der schönsten, dabei leichtesten und begangensten Gletscherpässe, das Oetzthaler Hochjoch ebenso wie das Niederjoch,