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Im deutschen Reich · 1912-02-01 · Heft 2 (Februar 1912) · p. 87

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 2 (Februar 1912)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1912-02-01
Page
87 (sequence 10)
Language
German
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Korrespondenzen. 87 quicken, sondern wählen ihre Parteistellung nach freiem Ermessen und ohne jene Solidarität) die ihre Gegner ihnen andichten. Für sie gibt es nur eine gemeinschaftliche Losung: „Gegen den Antisemitismus." Sie geben ihre Stimme dem Kandidaten, den ihre politische Partei empfiehlt, unter der Voraussetzung, daß er verspricht, keine Entrechtung jüdischer Bürger zu fördern; im übrigen sind sie als Reichstagswähler treue Helfer der Partei, deren politische Grundsätze ihnen für das ^Vaterland am nützlichsten erscheinen. Nur in diesem Sinne ist der Central- Verein bei den diesmaligen Reichstagswahlen tätig gewesen; mit Rat und Tat hat er denen beigestanden, die seine Aeberzeugung teilen, daß der Antisemitismus nicht nur eine Schmach, sondern auch eine Gefahr für das Deutsche Reich, daß es ein Gewinn an Sicherheit und Ehre des ganzen deutschen Volkes ist, wenn das Ehrenamt eines Volksvertreters einem Feind jedes Kulturfortschrittes und der bürgerlichen Gleichheit und Freiheit dauernd entzogen wird. Dafür haben wir gekämpft und geopfert, nicht aber für ein jüdisches Zentrum. Für den Schutz und die Ehre unserer Religion und für die Gleichberechtigung mit unseren andersgläubigen Mitbürgern standen mehr als 100 000 deutsche Juden in und mit dem Central-Verein einmütig zusammen und werden dies auch künftig tun. Im politischen Fraktionswesen folgt jeder deutsche Jude seiner freien Ileberzeugung;. da gilt für ihn nur der Grundsatz: Rechts oder links, gleichviel; höher als alles andere steht das Vaterland! A. L. * Korrespondenzen. □ Berlin, 22. Jan. Am 1. Sept. 1911 brachte die „Staatsbürger-Ztg." unter der Neberschrift: „Prof. Strack, der Talmudheld, einen Artikel, in dem Prof. Strack beschuldigt wurde, bei seinen Gutachten über den Talmud und seinen eidlichen Aussagen vor Gericht nicht immer die nötige Sorgfalt beobachtet 31t haben; es hieß u. a.: „Was soll man nun dazu sagen? Wenn sich Strack brav allein mit Juden glaubt, so ist ihm der Talmud die wichtigste Quelle des jüdischen Religionsgesetzes, so wichtig oder beinahe so wichtig wie das Alte Testament selbst. Vor Gericht, wenn es gilt, im Dienste des Zentralverbandes einem deutschen Manne den Mund zu stopfen, dann ist der Talmud eine überwundene Sache, um die sich kein Mensch kümmert — obwohl Rabbiger

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