Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- Die Religionsfreiheit und die Lage der deutschen Juden
- Date
- 1912-02-01
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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Zur deutschen Reich. «Mt des CenttalvereiV deMer StalltsdSrger jMWeu Gllrubevs. —- Brtcbeirst zwolfmal im J&hrt* Der „Cemrai - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie m der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrren Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XYIil. Ishrg. Berlin, Februar 1912. Ar. 2. Die Religionsfreiheit und die Lage der deutschen Juden. Das Thema: „Religionsfreiheit und Kirchenreform", welches die Bekenner verschiedener Religionen von vornherein in eine besondere Lage stellt, hat Herr Pfarrer und PrivaLdozent D. Erich Förster, Frankfurt a. Main, in zwei ausführlichen Artikeln, die in den Nummern 48 und 49 der „Grenzboten" veröffentlicht wurden, in lichtvoller Weise behandelt, und dabei auch die Lage der deutschen Iuven in der vorurteilsfreiesten Weise besprochen. Mit Erlaubnis des Verfassers sowie des Verlages der „Grenzboten" geben wir hier die betreffenden Ausführungen im Wortlaut wieder: „Wir wenden uns zur Lage unserer jüdische n Mit - Bürger; so nenne ich sie, denn die Verfassung kennt kein jüdisches Volk inmitten des deutschen Volkes, sondern nur S taatsbürger jüdischen Glaub ens. An der jüdischen Religion hat der preußische Staat bisher die schwersten Anterlassungssünden begangen. Es ist nicht wahr, daß, unsere jüdischen Mitbürger überall Religionsfreiheit in dem Sinne batten, daß sie die Möglichkeit besäßen, die zur Erhaltung einer Religionsgemeinschaft erforderlichen Einrichtungen und AemLer zu haben. Der preußische Staat, unähnlich dem württembergischen nnd badischen, ist den Juden bis heute jede zusawmensassende Organisation schuldig geblieben, in der die schwächeren Glieder Rückhalt finden könnten, und die verantwortlich wäre für den Religionsunterricht des jüdischen Nachwuchses. Alles, was in dieser Beziehung besteht, ist freiwillige Leistung jüdischer Bruderliebe/ Sie ist groß. Aber sie kann nicht verhindern, daß Hunderte und Tausende mangels eines der-