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Im deutschen Reich · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. 49

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
[Ohne Titel] / Weigelin
Date
1912-01-01
Page
49 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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V ereinsnachrichtsn. 49 — Beiträge zur antisemitischen Wahrheitsliebe. Die Staatsbürger-Zeitung brachte vor einiger Zeit folgende Notiz: „Das Kreuz angespuckt. Wien, 13. November. „Das Deutsche VolksblatL" Läßt sich aus Hajdunanos in Angara folgendes berichten: Als einer der Ministranten, von einem Leichenbegängnisse zurückkehrend, das Kreuz frei in der Hand trug, wurde es von dem Sohne des Rabbiners Eugen Grüner angespuckt. Zur Rede gestellt, antwortete der Bursche: „Ich spucke dorthin, wo es mir beliebt!" Der in Hajdunanos ansässige Rechtsanwalt Dt. Emmerich Szerszamsky, der Zeuge dieser unerhörten Gotteslästerung war, hat gegen den Iudenjungen die Strafanzeige erstattet." Wir wandten uns sofort an die „Oesterreichisch-Israelitische Anion" in Wien mit der Anfrage, ob der geschilderte Sachverhalt der Wirklichkeit entspreche, und bekamen folgende Antwort, welche der Vertrauensmann derselben in Hajdunanos mitteilt: „Von seiten des hiesigen katholischen Kantors wurde das Gerücht verbreitet, daß, einige jüdische Burschen beim Vorübergehen dem Kantor und den Ministranten ihre Geringschätzung bezeugt hätten. Es ist jedoch unwahr, daß hierbei ein Kreuz angespuckt worden wäre, und unwahr, daß der Sohn des hiesigen Rabbiners beteiligt war, da ein Rabbiner sich schon seit längerer Zeit in unserer Gemeinde nicht befindet. Für den Anfug, den die erwähnten Burschen gegenüber dem Kantor verübten, sind sie von dem jüdischen Lehrer bestraft worden, und der Kantor erhielt vollständige Genugtuung, so daß dieser die Affäre für vollständig beendigt erklärte." Wiederum einmal ein Beweis, wie ernst es die „Staatsbürger-Zeitung" mit der Wahrheit nimmt. Die Verunglimpfung der Juden ist bei ihr Prinzip, und diesem zuliebe verletzt sie in gewissenloser Weise die vornehmste Ausgabe eines anständigen Blattes, die Betätigung im Dienste der Wahrheit. Einen weiteren interessanten Beitrag zu dieser Frage liefert folgender Fall: Vor einigen Monaten erschien im „Tag" ein Artikel „Das Deutsch", in welchem sich Dr. Hermann Friedemann gegen das Bestehen einer exklusiven ursprünglich deutschen Kultur wandte. Friedemann ist infolgedessen von der rechtsstehenden Presse stark angegriffen worden: es hat selbstverständlich — da der Name jüdisch klingt — auch nicht an groben antisemitischen Ausfällen gefehlt. Ganz besonders hat sich hierbei das Amtsblatt von Chemnitz, das „Chemnitzer Tageblatt", hervorgetan, das in Nr. 375, gelegentlich einer Kritik der Friedemannschen Ausführungen, ohne weiteres Friedemann als Juden hinstellt und nicht unterläßt, nachdem es erst einmal im anti-

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