Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- Die rheinisch-westfälische Tagung
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 29 (sequence 10)
- Language
- German
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Amschau. 29 Schlußwort legte Rechtsanwalt Dr. Cohn- D essa n unter starkem Beifall dar, daß die Juden ihre politische Haltung vom deutschen Gesichtspunkt aus einnehmen müßten. Jeder in seiner Partei müsse die Aufstellung von Taufjuden hindern; seien, sie dennoch ausgestellt, so müsse mau als Deutscher sich schlüssig machen. Ls sei ein Aubing, gegen Mugdan, der stets gegen Antisemitismus aufgetreten sei, einen Antisemiten zn wählen. Er, Redner, sehe die Juden gern bei allen Parteien, die nicht grundsätzlich gegen die Juden seien, so besonders auch bei den RaLionalliberalen. Die deutschen Juden sollten nicht aufhören, als Inden und als Deutsche positive Arbeit ans allen KulLurgebieten zn leisten, dann würden sie siegen. (Lebhafter Beifall.) 15. Trier: Eine von dem „Central-Verein" durch seinen Landesausschuß für Rheinland und Westfalen einberufene Propaganda-Versammlung in unserer altehrwürdigen Angusta-Treverorum hatte den hocherfreulichen Erfolg, daß sich fast alle Besucher als Mitglieder einzeichneten. Die beiden Redner des Abends, Herr Rechtsanwalt Dr. H e r z f e l d - E s s e n, der über „die Selbstverteidigung der deutschen Juden, eine Frage der Abwehr" sprach, und Herr Rechtsanwalt Dr. Holla n d e r - B e r l i n , der das Thema „die Selbstverteidigung der deutschen Juden, eine Frage der Einkehr" erörterte, wußten durch ihre Darlegungen die anfängliche Lauheit, welche man in hiesigen Kreisen vielfach der guten Sache entgegenbrachte, in aufrichtige Begeisterung umznwandeln. Die baldige Bildung einer Ortsgruppe wird die Folge dieser ersten Versammlung sein. Von einheimischen Rednern begrüßte der Vorsitzende unseres Gemeindevorstandes, Herr I. V ermann, die Herren Redner aufs herzlichste, während am Schlüsse Herr Stadtverordneter Sigmund L o e b den wärmsten Dank der zahlreichen Hörer, unter denen sich auch viele Damen befanden, zum Ausdruck brachte. * ei den nahe bevorstehenden KeichstagsrVKhlen wird hoffentlich jeder wohlgesinnte Vaterlandsfreund es als feine Pflicht erachten, feine ganze Kraft dafür einzusetzen, daß wir endlich eine Volksvertretung erlangen, die ihren Stolz daran setzt, der Welt zu beweisen, daß das, was Kaiser Friedrich als „die Schmach des 19.- Jahrhunderts" gebrandmarkt hat, zn überwinden sei durch das, was der deutsche Reichskanzler am Schluffe seiner Rede im Reichstage erst herbeiwünschte, nämlich, „durch freien Blick, kaltes Blut, ruhige Kraft.