Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- Die demokratische Grundlage des Central-Vereins
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Im deutschen Reich. Aufräumen mit Bureaukratie und Einzelregiment! Heraus aus dem Turm! Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der breitesten Oeffentlichkeit und unter Mitwirkung der breitesten Schichten der Bevölkerung kann allein unserer Sache ein Sieg zufallen! Heraus aus dem Ghetto in jeglicher Form! Ludwig Holländer. W Eine neue Schrift über das Judentum*). Eine umfangreiche, eingehende Schilderung und Beurteilung des Judentums seitens eines Nichtjuden wird unter allen Amständen mit großem Interesse von uns gelesen werden. Wir werden fragen, von welchen Gesichtspunkten ist der Verfasser ausgegangen) was hat er vom Judentum geschaut, welche persönliche Gesinnung hat er von vornherein seinem Gegenstände entgegengebracht, welcher Art ist das Bild, das ihm danach entstanden ist, was können wir von ihm annehmen und lernen, und was haben wir als falsch zurückzuweisen? Solche Fragen sind in jüngster Zeit in diesen, wie in anderen jüdischen Blättern, hinsichtlich des Buches von Werner Sombart, „Die Juden und das Wirtschaftsleben", behandelt worden, und sie treten von neuem an uns heran hinsichtlich des oben bezeichneten Buches. Schon eine kurze Vergleichung beider Bücher zeigt uns klar, wie für die Gestaltung eines solchen nicht, wie man meinen sollte, der Gegenstand selbst in erster Linie maßgebend ist, sondern die Art des Beschauers und Darstellers, die subjektive Meinung, die er mitbringt, der Standpunkt, den er danach sich wählt, das Helle, freundliche, das flüchtig blickende oder getrübte Auge, mit dem er eine Sache ansieht. Sombart kam bei seinen Studien über das moderne Wirtschaftsleben zur Erkenntnis des hervorragenden Anteils, den die.Juden daran haben, und bei dessen Erforschung auch zu einer Beschäftigung mit dem Judentum. Er hat es früher sicher wenig beachtei'und jetzt soweit in seine Betrachtung gezogen, als es ihm für den Gang seiner Studien erforderlich schien. Das wirtschaftliche Interesse und dessen Betätigung war ihm die an den Juden zumeist hervortretende Erscheinung. Das bestimmte schon von vornherein sein Arteil. And die Anschauung, die er ihnen und danach dem Judentum entgegenbrachte, war außerdem noch die des Aestheten, der für anders gerichtete *) Von Dr. I. Weigl. I. Guttentag, Verlagsbuchhandlung. Berlin 1911. Preis 5 M