Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- Die demokratische Grundlage des Central-Vereins
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316817-2316818-2345595--22231-2345643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Im deutschen Reich mmm des gentrölöereins deutscher Stastsbürger Wischen Glaubens. ■: Crfcbemt zwölfmal im Jzibre, Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (8 1 der Satzung des Vereins.) LVLLI. Fahrg. Berlin, Januar 19)2. 1. Die demokratische Grundlage des Central- Vereius. i. In der Diskussion über das Wesen und die Wirksamkeit des Central-Vereins ist mir der Amstand ausgefallen, daß. man vielfach seine Aufgabe lediglich als AbwehrtäLigkett ansieht. Diese Auffassung enthält nicht nur in theoretischer, sondern auch in praktischer Beziehung einen grundlegenden Irrtum. Denn wäre dem so, dann würde die Stoßkraft des Vereins äußerst gering sein. Eine eindringliche Beschäftigung mit der Lage der deutschen Juden ergibt, daß zur Erreichung unserer satzungsgemäßen Aufgaben die bloße AbwehrtäLigkeit heute nicht als ausreichend angesehen werden kann. Denn „AbwehrtäLigkeit üben" heißt nichts anderes, als gegen Angriffe und Ausschreitungen tunlichst von einer Zentralstelle aus durch Anrufen der Staatsgewalt und durch politische Aufklärungstätigkeit eine Einwirkung versuchen zu wollen. Line solche Tätigkeit ist unter allen Umständen in einer Reihe von Fällen erforderlich. Mit ihr allein jedoch unser Ziel erreichen zu wollen, hieße eine bedenkliche Charlatanerie treiben. Denn, ganz abgesehen davon, daß diese Art der AbwehrtäLigkeit niemals in der Lage ist, die von uns erstrebte gesellschaftliche Gleichberechtigung zu erreichen, so genügt sie auch zur Erlangung der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung keinesfalls. Auf die Massen unserer Gesamtbevölkerung kann nur gewirkt werden durch die Masse der Juden, und der Glaube, die Gegnerschaft gegen uns sei mit der Gegnerschaft gewisser regierender Kreise gegen die Juden beseitigt, enthält eine Verkennung-der'tatsächlichen. Der-