Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Hannover
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 701 (sequence 6)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 701 bestand. Am Schlüsse des Berichtes findet sich dann noch der auffallende Satz: „Unparteiische werden sich gefragt haben, ob denn vom Monismus Fanatismus und Radausucht unlösbar sind?" Die Redaktion der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" hatte bis jetzt eine so objektive Haltung bewahrt, daß die Aufnahme eines solchen Berichtes Verwunderung erregen muß; denn durch antisemitische Aeußerungen, wie die ihres Berichterstatters, wird doch kaum der Frieden der Bevölkerung gefördert. Solche Leistungen des offiziösen Regierungsblattes werden für manchen Wähler eine Warnung sein, auf sonstige schöne Phrasen von offiziöser Seite allzu großes Gewicht zu legen. — In der Uebersicht über die Bewegung und den Stand der Maul- und Klauenseuche vom 1. bis 7. Oktober 1911, die u. a. auch im Amtsblatt für den Verwaltungsbezirk des königlichen Bezirksamtes Eichstädt abgedruckt ist, befand sich unter Bezirk Schwabach die Angabe, daß in der Gemeinde Spalt die Seuche „durch einen jüdischen Händler aus Gunzenhausen eingeschleppt" worden sei. Wir haben uns in der Annahme, daß die Zugehörigkeit eines Viehhändlers zum Judentum mit der Einschleppung einer Seuche durch den Händler nicht das allergeringste zu tun habe, an die königl i che Regierung von M i t t e l f r a n k e n mit der Bitte gewandt, dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft derartige Charakteristiken unterbleiben. Darauf ist uns der aus Ansbach vom 28. Oktober 1911 datierte folgende Bescheid zugegangen: „Die Notiz in unserer Wochenübersicht vom laufd. Mts. Nr. 4095/b/906 über die Bewegung und den Stand der Maul- und Klauenseuche bezüglich der Verschleppung dieser Seuche nach Spalt durch einen jüdischen Händler aus Gunzenhausen verfolgte nicht die Absicht, die jüdischen Händler, deren Verhalten im gegenwärtigen Seuchengange zu keiner Klage Anlaß bot, zu verletzen, sondern ist lediglich auf eine versehentlichte Ausnahme in. der diesbezüglichen Zusammenstellung. zurückzuführen. gez. Dr: v. Blaul." — Wir haben bereits in der Bücherschau unseres Oktoberheftes vom Jahre 1909 eine ausführliche Besprechung der „D e u t s ch e n G e s ch i ch t e" von Ein ha r t veröffentlicht und vor diesem im Verlage von Theodor W e i ch e r t erschienenen antisemitischen Machwerk gewarnt, dessen Tendenz