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Im deutschen Reich · 1911-12-01 · Heft 12 (Dezember 1911) · p. 661

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 12 (Dezember 1911)
Article
Die Begründung des Provinzialausschusses der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz und die Generalversammlung der Breslauer Ortsgruppe
Date
1911-12-01
Page
661 (sequence 4)
Language
German
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Die Begründung des ProoinzialaasschusseZ usw. 661 als Lehrer im Judentum eingeräumt werde. Gegen die Täuflinge aber müsse jeder einzelne ankämpfen, und was der einzelne nicht könne, das solle er durch Anschluß an die vorhandenen Organisationen zu erstreben suchen. Daß jeder Jude dem Central-Verein angehören müsse, sei eigentlich selbstverständlich, aber auch die anderen großen Vereinigungen müßten alle in diesem Kampfe beitreten. Langandauernder Beifall folgte dem Vortrage. Der Vorsitzende dankte dem Redner für seine Ausführungen und eröffnete die Diskussion. Herr Rabbiner Dr. Guttm a n n stimmte dem Redner in kraftvollen Worten bei und gab einen historischen Rückblick auf die Zeit der Massentaufen bei der Vertreibung der Juden aus Spanien. Herr Rabbiner Dr. K luger gab seiner Zustimmung zu den gehörten Darlegungen Ausdruck. Herr Pastor Ziemer trat zwar auch dem Vorredner darin bei, daß eine Taufe ohne Ueberzeugung zu verwerfen sei, er schloß aber seine Ausführungen mit den Worten, daß er doch hoffe, daß schließlich seine Religion den allgemeinen Sieg erringen werde. Herr Rechtsanwalt Dr. Cohn erwiderte hierauf in einem Schlußworte treffend und wies den Vorredner insbesondere darauf hin, daß, wenn er seiner Wertschätzung der Juden tatkräftigen Ausdruck geben wolle, er solche Reden in christlichen Versammlungen und nicht bei uns halten müßte. Hierauf erteilte der Vorsitzende Herrn S y n d i k u s Dr. Holländer das Wort zu seinem Referat über die Tätigkeit des Central-Vereins in letzter Zeit. Redner führte aus, daß wir in erster Linie gegen den Jndifferentismus in unseren eigenen Reihen ankämpfen und dem Einzelnen Sinn und Auge dafür schärfen müssen, zu erkennen, wo etwas geschehen müsse, um die Gleichberechtigung aller Juden verwirklichen zu helfen. Er trug einzelne Fülle von antisemitischen Aeußerungen in Schulen vor, wo oft sich jüdische Eltern jahrelang Zurücksetzungen ihrer Kinder gefallen ließen, bis endlich durch das Eingreifen des Central- Vereins Remedur geschaffen wurde. Er verwies insbesondere auf den Fall des Wilhelms-Gymnasium in Berlin, an welchem jahrelang ein Turnverein bestanden hat, der grundsätzlich die Aufnahme jüdischer Schüler ablehnte, ohne

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