Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Die Begründung des Provinzialausschusses der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz und die Generalversammlung der Breslauer Ortsgruppe
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 660 (sequence 3)
- Language
- German
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660 Im deutschen Reich. der jüdischen Religion, denn im 3. Buch Moses, Kap. 19, heißt es: Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst und den Fremdling, der in Deinem Tore weilet- Die jüdische Gesittung braucht sich hinter keiner Gesittung zu verstecken, die Gesittung, die das wahre Christentum will, ist dieselbe, die unsere Religion will, und sie ist die Mutter aller Gesittung. Unsere Kultur ist aber deutsch, denn unsere Sprache ist deutsch und wir wollen Deutsche sein. Andere sagen, daß sie gar nicht die Dogmen des Christentums angenommen hätten, sondern sich ein liberales Christentum selbst zurechtzirnmerten, und noch andere, daß ihnen die Religion überhaupt gleichgültig sei. Beides enthält eine Täuschung der Oeffentlichkeit, die erwartet und annimmt, daß der Täufling sich durch den Uebertritt zu einer anderen Religion zu ihren Grundsätzen bekennen will: sonst hätte er ja Jude bleiben können." Redner erörtert sodann die subjektiven Gründe: Liebe zu einem christlichen Mädchen oder christlichen Manne, Not, Eitelkeit, Ehrgeiz, und geißelt das Bestreben vieler Juden, über ihre Kreise und Gesellschaftssphäre hinauszugelangen, was sie oft dazu führe, in der Taufe das Mittel zu sehen, höhere Ziele zu erreichen. Redner erblickt in der Taufe und dem Glaubenswechsel ohne innere Ueberzeugung einen Meineid, der nicht darum weniger verächtlich sei, weil er nicht vor den Strafrichter gezogen werden könne. Er weist aber auch darauf hin, daß die Täuflinge durch ihren Uebertritt alle Juden schädigen; denn der Staat brauchte tüchtige Leute und würde auf die Juden zurückgreifen, wenn diese ihm nicht durch die Taufe enjgegenkämen. In geistreicher Weise zeigt . er, wie in diesem Verhalten der getauften Juden alle Voraussetzungen des Gesetzes für einen unlauteren Wettbewerb vorhanden seien, und erörtert im Anschluß hieran die" Kindertagen, die auf eine unvernünftige, falsche Kinderliebe zurückzuführen seien. Zum Schlüsse warf der Redner die Frage auf, wie gegen diesen Mißstand Abhilfe geschaffen werden könne, und er antwortete: durch Belehrung und Warnung, indem er vor allem den Müttern ans Herz legte, schon der Jugend die Liebe zum Judentum einzupflanzen, und den Wunsch aussprach, daß dem Rabbiner wieder ein größerer Einfluß