Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 639 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 639 das Judentum auch bei uns mehr assimilieren, wie das in Frankreich, England mtb Amerika bereits? der Fall ist, und glücklicherweise bereits in Frankfurt. Der Antisemitismus ist moralisch verwerflich, unklug, eine lächerliche Schwäche, eine der subalternsten Bewegungen, die wir je im öffentlichen Leben Deutschlands gehabt haben. Aber um eines möchte ich die Juden bitten, uns den Kampf durch mehr Steifnackigkeit zu erleichtern. Damit unterstützen sie uns am besten, schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Ausführungen. In der Diskussion wandte sich Stadtverordneter Fromm dagegen, daß die Juden ein fremdes Volk im deutschen Volk seien, sie seien gleichberechtigte Deutsche jüdischer Konfession. Rektor Henze schilderte die von Konsul Simon-Hannover ins Leben gerufene jüdische Erziehungsanstalt Ahlem, deren Erfolge bewiesen, daß das Judentum für Handwerk und Bodenkultur sich vorzüglich eigne. Justizrat Dr. Blau will vom Standpunkt des überzeugten Juden aus eine scharfe Scheidelinie gegen jene gezogen wissen, die aus anderen als religiösen Gründen die jüdische Gemeinschaft in ihrem schweren Kampf verlassen haben. (Bravo!) Wenn natürlich auch vom Standpunkt des Vereins zur Bekämpfung des Antisemitismus kein Unterschied zwischen getauften und ungetansten Juden gemacht werden könne. Nach kurzer weiterer Debatte erstattete Dr. Baerwald den Kassenbericht. Er teilte u. a. mit, daß in den nächsten Wochen der „Antisemitenspiegel" in einer Neubearbeitung erscheinen wird. Nachdem noch die ausgeschiedenen Ausschußmitglieder durch Akklamation wiedergewählt worden waren, wurde die Versammlung geschlossen. § Aöln cr. Rb., 5. Oktober. In der Ortsgruppe Köln ist durch den Schriftführer, Herrn Rechtsanwalt Dr. Frank I, der Betrag von 1402,30 M. für den Reichstag s w a h l f o n d s 1911 gesammelt und uns übermittelt worden. Allen Gebern sei für diese Förderung unserer Sammlung hierdurch unser Dank ausgesprochen. Im iibrigen verweisen wir auf unsere Beitragsliste. o Danzig, 18. Oktober. Aus Beamtenkreisen ist der „Danziger Zeitung" berichtet worden, am 12. d. M. habe in einer Zentrumsversammlnng der E i s e n b a h n o b e r s e k r e -