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Im deutschen Reich · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. 636

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
Berlin
Date
1911-11-01
Page
636 (sequence 5)
Language
German
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636 Im deutschen Reich. bekannte Leidener Firma A. W. Sijthoffs Uitg.-Mij. zu veranlassen, eine F a k s i m ile - Ausgab e des M ü n ch e n e r T a l m u d - Code x h erzu stellen. Der bekannte Talmudforscher, Prof. Or. theol. ct pb.il. H e r m ann L. Strack (Berlin), wird die Herausgabe ins Werk setzen. Die „Franks. Zeitung" berichtet weiter: „Da der größte Teil des Codex mit sehr kleiner Schrift geschrieben ist, wird beim Photographieren das Format um reichlich ein Fünftel vergrößert werden. Für das 1140 Seiten in Reproduktion umfassende Werk ist der Subskriptionspreis auf 700 M. festgesetzt." — In der vom Kalifyndikat herausgegebenen Zeitschrift „Die Ernährung der Pflanze" wurde in der Nummer 3 des laufenden Jahrganges ein Leitartikel über „Moritz Frankel" veröffentlicht und am Schlüsse gesagt: „Moritz Frankel ist b e k a n n t u n d hochgeschätzt i n a l l e n K reisen der Land wir t s ch a f t. Eine völlige Wertschätzung dessen, was er zur Hebung der Landwirtschaft ausgerichtet, muß der Zukunft Vorbehalten bleiben. Soviel steht aber fest, daß sein Name in der Geschichte der schwedischen Landwirtschaft während Jahrzehnte vor und nach dem Schluß des Jahrhunderts einen der hervorragendsten Plätze einnimmt." Frankel ist in Aschersleben als Sohn jüdischer Eltern geboren und als Jude in Gotenburg gestorben, wo seine Witwe und sein Sohn Gösta Fränkel, der jetzige Inhaber der Firma Moritz Fränkel & Co. noch als Juden leben. Frankfurt a..$]?., 23. Oktober. Der Verein zur Adln ehr des Antisemirismus hielt gestern abend im Saale der Frankfurter Loge seine stark besuchte Generalversammlung ab. Am Vorstandstisch befanden sich u. a. Pfarrer Battenberg, Dr. Baerwald, Stadtverordneter o. Lasaulx-FranLfurt, Justizrat Gallus-Darmstadt, Landtagsabgeordneter Reh-Alsfeld, Geheimrat Benoit-Karlsruhe. Der erste Borsitzende des Vereins, Reichstagsabgeordneter Bergrat Gothein, eröffnete die Versammlung mit dem Bekenntnis, daß die Tätigkeit des Vereins noch sehr notwendig sei, wenn auch der Antisemitismus in seinen gröbsten Formen abgewirtschaftet stabe. An den Geschäftsbericht schloß sich das Referat des Abgeordneten Gothein über offenen und versteckten Antisemitismus. Das Judentum will jetzt nicht mehr ein eigenes Volk im Staate bilden, nicht mehr ein auserw.ahltes Volk sein, sondern be-

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