Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Die Berufswahl der jüdischen Jugend
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 593 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. des kenlrMmjos deutscher Staatsbürger WisD Glaabeas. Crfcbeuit zwölf mal im J&br e. — 1 ■■-= XVII. Jshrg. Der „Central - Verein deirmer Sraatsbiirger jüdischen Glaubens" bezweckt, d? deutschen Staatsbürger jüdiichen Glaubens ohc Unt.nchied der religiösen und polnischen Richtu'g zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahruugihrer stäalsbürger- Lichen und gesellschaftlichen Gleihüellnng sowie in der unbeirnen Pflege deurscherGesinunng zu bestärken 1 der Saiznna des Nreins.l Berlin, November 1911. Nr. 11. Are Berufswahl der jüdischen Irgend. Von Or. Felix Gold mann, Oppeln. Der Central-Verein begann einst seine Tätigkeit mit einer energischen Bekämpfung der Auswüchse des Annsemitismus, die im öffentlichen Leben zutage traten. In den achtzehn Jahren seines Bestehens ist er aber innerlich so erstarkt, daß er sich nicht nur auf die Stellungnahme zu äußerlichen Erscheinungsformen des Judenhasses zu beschränken braucht. Mit immer wachsendem Erfolge geht er den tieferen Ursachen des Antisemitismus nach, um die Grundübel zu finden und heilsam zu beeinflussen. Denn auch der Judenhaß gehört zu den Krankheiten, die sich auf die Dauer nicht rein symptomatisch behandeln lassen, und wenn der Central-Verein, der bei dieser Vertiefung seiner Aufgabe zu einem wichtigen erzieherischen Faktor im Leben der deutschen Juden geworden ist, sich in letzter Zeit entschlossen hat, auch der Berufswahl der jüdischen Jugend sein Augenmerk zu schenken, einer Angelegenheit, die an sich mit den Zielen des Vereins anscheinend nichts zu tun hat, so ist in Wahrheit damit der Mittelpunkt des Krankheitsherdes getroffen worden. Es kann kein Zweifel darüber vorhanden sein, daß der Erfolg im Kampf gegen den Antisemitismus und im Streben nach Gleichberechtigung in einem logischen und organischen Zusammenhänge mit einer verständigen und gesunden Berufsverteilung der deutschen Juden steht.