Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-10-01
- Page
- 573 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 573 I i t i | ä) e Werbetätigkeit im InLere s s e de r K o n -- servativen, des Bundes der Landwirte and der A n t i s e trt i t e n handelt. Handwerk und Gewerbe sollen vom Hansabund abgezogen und dem schwarz-blauen Block zugesührt werden. Gerade was Sie in Ihrem Programm verleugnen, wollen Sie in Wirklichkeit erreichen: nämlich den Mittelstand in die einseitige p o l i t i s ch e Ri ch t u n g der Reaktion h i n e i n z w ä n g e n. Da unser Verein nicht politisch tätig ist, und überdies das Heil des Mittelstandes im Anschluß an die B e st r e b n n g e n des H a n s a b u n d e s am besten gewährleistet sieht, so können wir nur alle Mittelstandskreise vor Ihrem neuen Versuch, den Mittelstand von seinen wahren wirtschaftlichen Bedürfnissen abzülenken und für politische Sonderinteressen einzufangen, warnen. Ergebenst, H a u s b e s i tz e r v e r e i n zu Dessau. Rechtsanwalt Dr. Cohn, Vorsitzender." — Die „Deutsch-Sozialen Blätter" hatten unter der Ueberschrift „Juden als Armeelieferanten" eine Liste von jüdischen Firmen veröffentlicht, denen seinerzeit wegen angeblicher Unreeltität von der deutschen Heeresverwaltung die Lieferungen entzogen worden wären. Die Firmen Gebr. Schwarzenberger und Gebr. Weinberger (Nürnberg, Fürth) ebenso die Firma Süßkind strengten auf Grund dieses Artikels gegen Herrn Haase, der in dem inkriminierten Artikel wieder einmal die verhetzendsten Ausfälle gegen die Juden gebracht hatte, die Beleidigungsklage an. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 100 M. — Gegen dieses Urteil legten die beleidigten Firmen Berufung ein. In der Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß die Firmen Weinberger und Schwarzenberger. seinerzeit Differenzen wegen der Lieferung mit der preußisches! Heeresverwaltung Hatten. Die Firma Weinberger liefert bereits wieder, die Firma Gebr. Schwarzenberger liefert ebenfalls für die bayerische Heeresverwaltung, und die- Firma Süßkind ist jetzt noch Lieferant für das 8. Armeekorps. Die Unzuverlässigkeiten und Betrügereien der Juden als Armeelieferanten stellten sich also als harmlose geschäftliche Differenzen heraus. Das Gericht hob das Urteil aus erster Instanz auf und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 200 Mark);