Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-10-01
- Page
- 571 (sequence 6)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 571 Herr Grund hat ferner aus einer russischen antisemi- Lischen Zeitung einen Ausruf veröffentlicht, in dem die Juden angeblich aufgefordert werden, die Christen zu verdrängen. Dem Abdruck des Aufrufs fügt Herr Grund folgendes hinzu: „Die Sache geht aus vom Zionistischen Bund in Paris." Herr Grund beruft sich ferner auf T r e i L s ch k e als Beispiel für die Befolgung der antisemitischen Grundsätze seitens liberaler Männer. Gegenüber dieser in einem Flugblatt verbreiteten unwahren Behauptung stellte die Ortsgruppe Wetzlar des Centralvereins öffentlich folgendes fest: „In dem Artikel der „Wiener Neuen Freien Presse." finden sich die Worte „Rothschild, Bleichröder u. a. m." nicht. Sie sind also von Herrn Grund hinzugedichtet. Die internationalen Beziehungen der Juden entspringen daher lediglich dem Gehirn des Herrn Grund. Der von Herrn Grund zitierte Aufruf des russischen Blattes ist eine Fälschung schlimmster Art, die von irgend einem exotischen Antisemiten in die Welt gesetzt wurde. Herr Grund hat bis heute nicht erklärt, in welchem Blatte der Originalaufruf erschienen ist, ebensowenig wie er seine Behauptung beweisen konnte, wann und wo der Zionistische Bund in Paris oder eine andere jüdische Organisation eine solche Erklärung veröffentlicht hat. Herr- Grund verschweigt ferner, daß zu der Zeit, als Herr von Treitschke den angeführten antisemitischen Artikel veröffentlichte, er der nationalliberalen Partei nicht mehr angehörte. Auch die entgegengesetzte Behauptung hat Herr Grund aufgestellt ohne sich zu informieren. Man kann daher dem Urheber dieser Gerüchte den Vorwurf demagogischer Kampfesweise nicht ersparen." — Unter der Ueberschrift „E i n A n t i s e m i t bettelt um freisinnige Stimmen" berichtete die „Voss. Ztg.", der antisemitische Reichtagsabgeordnete Lattmann habe in den Blättern von Schmalkalden erklärt: „Wir hoffen (in Eschwege-Schmalkalden) mit unserem Raab in die Stichwahl zu kommen, die Freisinnigen mit Herrn JDi*. O h r. Nun erkläre ich mich hiermit namens meines Freundes Raab und unserer Partei bereit, vor der Hauprwahl ein solches S ch u tz - und T r u tz b ü n d n i s mit den Freisinnigen -einzugehen und erwarte eine öffentliche klare Antwort des Herrn Dr. Ohr, ob er und seine