Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. 529

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
Die Verlästerung der jüdischen Sittenlehre
Date
1911-10-01
Page
529 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316804-2316814-2345209--21912-2345246
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Im deutschen Reich. des keutrMereius deutscher Staatsbürger jüdischen Glaabens. Evfckein^ Lwolrrnal tm Juhrz. Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Sraatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellichastüchen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken (§ 1 der Satzuna des Vereins?, XYH. Fahrg. Berlin, Oktober 1911. Nr. 10. Are Verlästerung der jüdischen Siltenkehre. Bon Rabbiner G n st a v C o h lr - Charlotteuburg. Großes Aufsehen hat im Juli d. I. die Freisprechung der „Staatsbürgerzeitung" von der Anklage der Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft erregt. Noch mehr aber als die Tatsache selbst muß die Begründung uns bedenklich machen, die nach 'den Berichten zu jenem Urteile geführt hat: wenn auch objektiv der strafbare Tatbestand gegeben sei, so sei doch die Absicht der Beschimpfung nicht nachzuweisen. Wir wissen uns weit davon entfernt, in dieser Urteilsbegründung etwa irgendwelchen Ausfluß einer uns Inden übelwollenden Gesinnung zu erblicket:. Richter, die mit den Vorgängen im antisemitischen Lager, mit der ganzen Literatur für und wider das Judentum — soll heißen die Judeuheit — nicht so vertraut sind, können gar zu leicht von den begeisterten Reden dieser ,,Allein-Deutschen " bestochen werden und die Meinung gewinnen, als seien es in der Tat Patrioten, die im Innersten über die dem Vaterland drohende Gefahr erregt sind. Wie ja auch die Strafkammer in Leipzig im Prozeß Fritzsch (Herausgeber des „Hammer") dem Angeklagten attestiert hat, daß er „an die Lauterkeit seines Zieles glaubt, und daß er mit einer gewissen rechtlichen Aufgabe (?) an sein Ziel geht"ch. Gerade darum über muß es als eine der vornehmlichsteu Aufgaben des Centralvereins bezeichnet werden, in dieser Richtung aufklärend zu wirken. Handelte es sich allein um die Beschimpfungen, die gegen uns gesprochen werden, ohne daß irgendwelcher Schade zu befürchten wäre, so möchte mau unbedenklich sagen: l) Prozeß Fritsch, Leipzig, Hammer-Verlag (1911), S. K>.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.