Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 514 (sequence 9)
- Language
- German
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514 Im deutschen Reich. über den sieben anderen gewühlten Kandidaten fast ohne jede Bedeutung ist. A. Dresden, 2. August. Mit der Aufhebung des S ch ü ch t v e r b o 1 c s hatte sich kürzlich das hiesige Stadtverordneten-Kollegiutn besaßt und den Magistrat veranlaßt, beim Ministerium des Innern'die Bekanntgabe des Gutachtens der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig über die Aufhebung des Schüchtverbotes zu erwirken. Das Ministerium des Innern hat jedoch die Bekanntgabe dieses Gilt achte ns abgelehnt, da es nach der Ansicht und dein. Willen der Fakultät nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt ist. München, 1. August. Unter dem Namen „B a y e r i s ch e K o n s e r v a t i v e n - B e r e i n i g u n g" wurde hier vor kurzem ein Parteigebilde geschaffen, das seiner Ziele und seiner Mitglieder wegen Beachtung an dieser Stelle verdient. Als Gründer treten neben einigen adligen Mitgliedern der Reichsratskanimer mehrere erklärte Antisemiten auf; auch der Vorstand der Vereinigung, Rechtsanwalt Seuffert, hat einmal vor Jahren, obwohl Protestant, aus den Händen der damals mit dem ^Zentrum verbündeten Christlich-Sozialen eine Kandidatur für die Gemeindewahlen entgegengenonnnen, freilich mit negativem Erfolg. So konnte es nicht an Vermutungen fehlen, daß auch der Redakteur Wenng zu den heimlichen Vätern der neuen Partei gehöre; denn nach einer kurzen, durch eifrige Unterstützung der Wiener Parteifreunde herbeigeführten Blütezeit seiner Parteigruppe und seines Blattes ist Herr Wenng längst ein stiller Mann geworden; warum sollte er nicht die Gelegenheit ergreifen, mit feudal-konservativer Hilfe die politische Stellung zu erobern, zu deren Erlangung ihm das kleine Bürgertum die Unterstützung versagt hatte? Noch hält er sich zwar zurück und betont in einer Zuschrift an die „Münchener Neuesten Nachrichten", daß die Partei ohne sein Zutun gegründet worden sei, gibt aber zu, daß er sich dafür interessiere, „ob die neue Organisation nicht etwa als ein Vereinigungspunkt zu gestalten wäre für alte in konservativer Richtung sich bewegenden' Parteigruppen, der u. a. vielleicht auch die christlich-soziale Partei für die kommenden Reichsragswahlen, u it t e x Z u r ü ck st c l l n n g weit c r g e h e n d e r W ü n s ch e i it der I u b e n f r a g c, beitreten könnte". Die Vereinigung