Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Schächten oder betäuben - eine Bedürfnisfrage [Rezension]
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 460 (sequence 2)
- Language
- German
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460 Im deutschen Reich. gesetz nach feinen beiden Grundthesen. Aber diesen beiden Grundthesen kann man entgegenhalten: ad 1. Die „Qualen" der Vorbereitung zum Schächten werden durch neue Niederleg-Methoden und Apparate aus ein ganz geringes Maß beschränkt, die Dual des Schlachtaktes selbst ist so unendlich kurz, weil sofort nach dem Schnitt durch den kolossalen, plötzlichen Blutverlust Ohnmacht und Bewußtlosigkeit eintritt und die richtige Ausblutung in allerkürzester Zeit eintritt, das ist eben ad 2) bei den anderen Schlachtmethoden, auch, wenn sie von geübter Hand ausgesührt werden, nicht der Fall. Wenn der Verfasser sagt (S. 12): „Es ist bekannt, daß in der ganzen Welt viele Menschen das Schächten für eine grausame Schlachtmethode halten", so kann erwidert werden: „Es gibt wahrscheinlich noch mehr Menschen, die z. B. den Genickstich, oder das wiederholte Schlagen für viel grausamer Halten. Daß der Verfasserdem Schächten in kultureller und hygienischer Hinsicht volle Anerkennung und Lob zu teil werden läßt, verdient ja besonders erwähnt zu werden. Wenn Verfasser auf Seite 17 sagt: „In humaner Beziehung steht der „B o l z e n s ch l a g , Bolzen schuß, K u g e l s ch u ß" über der Schächtmethode," so entsteht nur die Frage, ob man nicht dann von „totschießen oder totschlagen", anstatt von „schlachten" reden soll? Ist es doch schon vorgekommen, daß ein Hausbesitzer sein Schwein'chen, um es nicht schreien zu hören, mit dem Jagdgewehr tot geschossen hat. Daß die Ausblutung bei einem betäubten, halbtoten Tiere so gut ist wie bei einem nichtbetäubten, wird immer noch bestritten. Der Kern- Punkt des ganzen Buches bedeutet gegen früher immerhin einen Fortschritt. Aber das Schächten soll nicht nur aus religiösen Gründen anerkannt sein, es ist in humaner und hygienischer Hinsicht anderen Schlachtmethoden eher überlegen. K. Redaktionsschluß dieser Nummer 23. Juni 1911. Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: Alphonse Levy, Berlin. Alleinige Jnseratenannahrne: Bennigson & Ehrlich, Verlag für Handel und Industrie, Berlin W 67. Druck: Paß & Garleb G. nt. b. H. Berlin W 57