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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 448

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
[Ohne Titel] / Hielscher
Date
1911-07-01
Page
448 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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448 Im deutschen Reich. Central- Be reins-Vers.ammlung sind die Ausführungen des Herrn Dr. M a x M a i n z e r nicht ganz richtig wiedergegeben. Wir berichtigen deshalb, daß dieser Redner nicht gesagt hat, es sei „selbst in Frankfurt a. M. seit 12 Jahren kein Jude mehr am städtischen Krankenhaus überhaupt angestellt worden", sondern nur auf der chirurgischenAbteilung des Krankenhauses sei -dies der Fall. In den anderen Abteilungen werden Juden anstandslos angestellt. Herr Or. Mainzer hat ferner nicht gesagt, daß Ehrlich auf die Liberalität großherziger Frankfurter Glaubensgenossen angewiesen gewesen sei, um seine Forschungen durchzuführen, sondern „in der Hauptsache auf großherzigen Frankfurter Bürgersinn, der allerdings vorzugsweise von Frankfurter Glaubensgenossen betätigt werde, und die Liberalität der Frankfurter Stadtverwaltung, der es auch sein Vetter Weigert zu verdanken hatte, wenn ihm, dem vom Leipziger Lehrstuhl um seines Glaubens willen Zurückgewiesenen, eine befriedigende Lehrtätigkeit gesichert wurde." — Am 18. Juni ist in Breslau, wo er in Angelegenheiten seiner Gemeinde tätig war, Herr Justizrat Benno Le d ermann, der Vorsitzende des Vorstandes der Synagogen- Gemeinde Hirschberg, im 65. Lebensjahre plötzlich an Herzschlag verschieden. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen treuen Freund und Förderer unserer Sache. — Wie Ritual mordmärchen entstehen, hat im Mai dieses Jahres ein Vorfall in Zabrze gezeigt, der zugleich den deutlichsten Beweis geliefert hat, wie notwendig es ist, daß unsere Ortsgruppen überall, wo derartige Märchen verbreitet werden, unverzüglich dafür Sorge tragen, daß die Urheber solcher gefährlichen Gerüchte ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Vor einigen Wochen wurde im Schornstein eines jüdischen Hausbesitzers in Zabrze die Leiche einer Frau gefunden, aber nach kurzer Frist nicht nur der Mörder, der nichtjüdische Schneider Joseph Kupka, ermittelt, sondern auch die Identität seines Opfers sestgestellt, wobei sich ergab, daß die Ermordete eine Jüdin aus Galizien war. So schnell diese Aufklärung erfolgt war, hatte sich trotzdem bereits und zwar unmittelbar nach der Auffindung der Leiche das Ritualmordmärchen verbreitet, das in der Bevölkerung sicher große Erregung verursacht hätte, wenn nicht

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