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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 439

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Berlin
Date
1911-07-01
Page
439 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 439 nachgerade sich zu einer chronischen Erscheinung ausgewachsen hat, überwunden. Die durch diesen Mangel den in: Dienste befindliche:: Militärärzten erwachsende erhebliche Mehrarbeit, welche durch die erwähnten Abkommandierungen nicht gerade vermindert wird, nruß diese Kräfte eher erschöpfen und verbrauchen, worunter schließlich das Heer und seine Angehörigen leiden müssen. Darum meine ich, die Heeresverwaltung müsse alles ausbieten, un: endlich die erforderliche Abhilfe zu bringen; es ist ein geradezu unerträglicher und unwürdiger Zustand, der noch krasser in die Erscheinung tritt, lvenn man den starken, stetig wachsenden Zudrang zum medizinischen Studium dagegen hält. Sublata causa tollitur effectus!” — Anläßlich der Debatten über die Gleichberechtigung der Juden im Heere hielt der a n t i s e n: i t i s ch e A b g e o r d - nete Raab die bekannte, von: reinsten Judenhaß diktierte Rede, in der er, anknüpsend an eine Notiz im Hamburger „Israelitischen Familienblatt" vom September 1910 über das tapfere Verhalten des in Memmingen wohnhaften Kaufinanns Ludwig Heilbronn er während des deutsch - f r a n-z ö s i s ch e n Krieges, bemerkte: „Da verlohnt es sich gar nicht mehr, nachzuforschen, ob an der ganzen Sache überhaupt etwas Wahres daran ist. Unwahrscheinlich, fast kindlich in ihrem ganzen Wesen sind die nreisten Meldungen über jüdische Helden." Gegenüber diesen beleidigenden Ausführungen Raabs seien einige Tatsachen mitgeteilt, die beweisen, wie unbegründet und böswillig seine Behauptungen sind. — Am 17. Juli 1870 verließ Heitbronner seinen Garnisonsort Neu-Ulm und nahm mit seinem Regiment an den: vielbesprochenen Flankenmarsch nach Sedan teil. In der Schlacht bei Sedan focht er als einer der tapfersten des Reginrents stundenlang im mörderischen Feuer aus harrend und wurde auf Grund seines tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Nach der Schlacht bei Sedan nahm er an der Belagerung von Paris teil, machte darauf die Kämpfe an der Loire mit und erhielt neuerdings für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde bei der Einnahme von Orleans eine Belobigung, was im damaligen „Bayrischen Arinee-Verordnungsblatt" nachzulesen ist. Nach der Einnahme von Orleans verbrachte Heil-

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