Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 438 (sequence 2)
- Language
- German
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438 Im deutschen Reich. der „Barmer Zeitung" einen nicht minder interessanten Artikel veröffentlicht, in dem die Verhältnisse dargelegt sind, welche die int Reichstage erhobenen Klagen über das starke Manko an Militärärzten veranlaßt haben. Wir entnehmen dem ein reiches statistisches Material enthaltenden Artikel nachstehende Ausführungen auf Grund der amtlichen Rang- und Quartierliste des preußischen Heeres aus den Jahren 1898, 1908, 1909 und 1910: „Wiederholt ist in der deutschen Volksvertretung, über den seit Jahren bestehenden Mangel an Militärärzten geklagt worden. Man müßte meinen, daß unsere doch sonst so rührige Heeresverwaltung, welche mit bewunderungswürdiger Ausdauer und Zähigkeit um die zeitgemäße Entwicklung und Pflege der Armee besorgt ist, alles aufbieten müßte, um endlich diesen für die Wehrfähigkeit und die körperliche Sicherung unserer Soldaten bedenklichen Mißstand zu beseitigen. Jur Jahre 1910, das eine kleine Besserung der Verhältnisse brachte, waren bei den einzelnen Truppenkörpern 1174 Aerzte vorhanden gleich 72,78 Prozent des erforderlichen Sollbestandes von 1613. Greller tritt der Mangel der Aerzte beim Heere zutage, wenn die Zahl der abkommandierten Mediziner, und diese ist alljährlich ziemlich erheblich, in Abrechnung kommt; denn diese können doch faktisch für die betreffende Truppe während der Zeit ihrer Abwesenheit nicht in Betracht kommen. Im Jahre 1910 sind von den bei den einzelnen,Regimentern und Bataillonen vorhandenen 1174 Aerzten in der Rang- und Quartierliste 112 — 9,54 Prozent als abkommandiert bezeichnet; der Jstbestand verringert sich demzufolge gegen das erforderliche Soll von 1613 und beträgt nur noch 65,84 Prozent. Der Mangel wird dadurch gefördert, daß man in den letzten Jahrzehnten entgegen früherer Praxis die jüdische n Aerzte, unter denen sich viele hervorragende K r ä f t e befinden, u n d \v e l ch e einen nicht u n - bedeut e n d e n Teil in dem G e s a m tb e st a n d e u n * sere r Medizine r a u § m a ch e n , so gut ln i c ganz- I i ch n u sschlie ß t. Ich bin fest überzeugt, wenn die Heeresverwaltung in beiden Fällen mit unzeitgemäßen Vorurteilen, die in unserem Zeitalter eine ganz unhaltbare Tradition bedeuten, restlos brechen wurde, so Hütten wir in naher Zukunft diesen leidigen Mangel, der