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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 431

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-07-01
Page
431 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. 431 Wahlkreise entrüstet. Dort wollen die Konservativen mit der- Kandidatur des früheren Gouverneurs von Südwestafrika, v. Schuckmann, Bruhn das Reichstagsmandat abnehmen. Die „Deutsche Tagesztg." berichtet, daß ein Anhänger Bruhns, Trautmann, in einer Versammlung in Tezebruch für den Fall, daß Bruhn nicht in die Stichwahl kommen sollte, als sicher bezeichnet hat, daß der Sozialdemokrat gewählt würde. Abg. Bruhn hat am 27. Mai erklärt, daß seine bisherigen Wähler in einer Stichwahl zwischen den Konservativen und Sozialdemokraten den Kandidaten der ersteren nicht wählen würden; nachher meinte er, daß ihn die Konservativen in der Stichwahl ja doch wählen müßten. — Bekanntlich ist im Jahre 1907 Bruhn mit Hilfe der Konservativen und des Bundes der Landwirte im ersten Wahlgang mit 13 078 gegen 3581 sozialdemokratische Stimmen gewählt worden. Dafür hat sein Organ, die „Wahrheit", am 27. Mai d. Js. von „Blamagen und Ohrfeigen" geschrieben, welche die Konservativen von den eigenen Leuten hätten einstecken müssen. - Der Parteitag der Demokratischen Vereinigung beschäftigte sich mit den Ausführungen des Parteimitgliedes Prof. vr. Gur litt in Magdeburg über dieJudenfrage und den Kulturkampf. Auf eine Anfrage aus der Versammlung erwiderte vr. Breitscheid, daß Prof. Gurlitt es abgelehnt habe, sich dem Parteivorstand gegenüber aus die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu rechtfertigen. Es bleibe demnach nur der Weg offen, ihm zu erklären, daß er mit seinen Ausführungen sich in einen" Widerspruch gesetzt habe zu den Anschauungen der Partei. Die Kandidatur des Prof. G u r l i t t f ü r B r e m e n sei schon vor Be - k a n n t w e r d e n seiner Magdeburger Rede zurückgezogen worden. Pros. Gurlitt hat aber nachträglich auf den Vorwurf, Antisemit zu sein, in der Zeitschrift „Demokrat" öffentlich erklärt: „Das reiche freisinnige Bürgertum ist durch die Landratspolitik, die uns seinerzeit Or. Schücking gezeichnet hat, und durch die Reserveleutnantspolitik nach rechts hin abgelenkt worden. Den Kleinbürger trieb wirtschaftlicher Rückgang ins sozialdemokratische Lager: so blieben die Juden ,fast

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