Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Der Judenleibzoll
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 427 (sequence 11)
- Language
- German
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Umschau. 427 In welchem Maße Breidenbach die Unterstützungen zuflossen, wird noch festzustellen sein: mehr wohl als die Summen war ihm die Protektion Dallbergs von Nutzen, und er konnte sich bei seinem wochenlangen Aufenthalt in Regensburg mit den Vertretern deutscher Fürstenhöfe in Verbindung setzen — nicht ohne Erfolg; denn bald mehrten sich die Fälle von Aufhebung des Leibzolles, so in Hessen- Homburg, 1. November 1803, Aschaffenburg 1804, im Kurstaat Mainz; Württemberg, Frankfurt a. M. (1804, 24. August). — Wie aus Darmstädter Akten zu ersehen ist, war bei diesem Hofe auch Jacobson vorstellig geworden. Beide Eingaben sind sehr umfangreich. Der Bericht der Rentkammer lautete: „Einstimmig dafür, daß die Aufhebung des Judenleibzolles nach dem Beispiel anderer Reichsstände unbedingt gnädigst zu verfügen sei, hiernächst aber ein ergiebiges Surrogat, wodurch der entstehende Abgang von Einkünften gedeckt werde, auszumitteln fei." Nach getanen Vorschlägen resolvierte der Landgraf am 19. Januar 1805: „Der Ministerial-Antrag sowohl als die Ausfertigung werden genehmigt. Es ist Mir lieb, daß dieses endlich hat geschehen können, und dieser Judenleibzoll endlich aufgehoben ist." :* Umschau. och sind wir weit entfernt davon, mit Shakespeares V Worten jubeln zu können: „Nun ist der Winter unseres Mißvergnügens glorreicher Sommer worden", aber Licht und Wärme haben eine solche Zaubermacht, daß wir, deren ganzes Streben nichts anderes ist als ein beständiger Kampf gegen die Dunkelmänner, von der Hoffnung auf den schließlichen Erfolg der Aufklärung immer mehr durchdrungen werden, wenn wir in der Natur den Sieg des Lichtes bewundern. Ist doch die Aufklärung der Menschheit die Vorbedingung der Gleichberechtigung der Juden und das, was unsere Gegner möglichst zu verhindern suchen. Nur durch die Verdummung breiter Volks-