Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Die Stellung der Juden im Heere
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 393 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Stellung der Juden im Heere. 393 Die Stellung der Juden im Keere. Zu einer großartigen Kundgebung, derer: Eindruck auch ehrliche Gegner überzeugen innßte, gestaltete sieh die Versammlung, die mit 27. April gemeinsam vom Verband d § r Deutschen Inder: und von den: Central- Verein d e u L s ch er St a a t s b ü r g e r j ü d i s ch e n Glaubens in Frankfurt a. M. veranstaltet wurde. Der große Saal des Kaufn:ünnischen Vereinshauses ivar von Männern und Frauen überfüllt. Unter den fast zweitausend Besuchern war auch der Frankfurter Reichstagsabgeordnete Rudolf Oeser. Den Vorsitz führte Dr. med. a x M ainzer, der verdiente Organisator des Eentral-Vereins in der Provinz Hessen-Nassau. In seiner einleitenden Ansprache betonte er die besondere Wichtigkeit des Themas der Versammlung: Die Stellung der Inden im Heer, weil unter der großen Zahl von Kränkungen, denen die deutschen Juden ausgesetzt sind, ihre Zurücksetzung im Heer die bedeutsamste Rolle spielt. Denn infolge der allgemeinen Wehrpflicht spielt sie fast in jede Familie hinein, und außerdem wirkt die Behandlung im Heere bei dem Ansehen des Heerwesens im Volk sehr stark auf das bürgerliche Leben zurück. Als stärkste Waffe in: Kampf um die Gleichberechtigung empfahl Dr. Mainzer unter lebhaftem Beifall die O r g a n i f a t i o n i u: Central- V er ein, der seinerseits bekanntlich Mitglied des Verbandes der Deutschen Juden ist. I u st i z r Qt Sern h a r d Breslauer-Berlin, den: der Vorsitzende unter lauter Zustimmung für seine unermüdliche Tätigkeit im Dienst der gerechten Sache dankte, sagte einleitend, der Verband der Deutschen Juden wende sich besonders gern an die Frankfurter, die besonderen Anspruch darauf haben, über die Tätigkeit des Verbandes unterrichtet zu werden; denn in allen, die Rechte der Inden berührenden Fragen stehen die Frankfurter Glaubensgenossen an erster Stelle. Den Vorwurf, daß man sich nur um die E i n j ä h r i g e n kürnmere, die nicht Offiziere werden können, während man für die Gemeinen nichts tue, widerlegte er mit dem Hinweis darauf, daß die Zurücksetzung der Einjährigen wegen ihrer geringeren Zahl leichter nachweisbar sei, als