Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 385 (sequence 2)
- Language
- German
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Die konfessionelle Hetze, der deutschen Agrarier. 385 führt, gehört zu den traurigsten Kapiteln politischer Brunnenvergiftung in ganz Deutschland. Infolgedessen muß der Bund der Landwirte als solcher und die von ihm betriebene Hetze Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit seitens aller politisch interessierter Juden sein. Deshalb erscheint rechtzeitig vor den Wahlen zum Zweck der Information ein Werk des Redakteurs Curt Bürger „Die Agrardemagogie in Deutschland"*), in dem in 16 Kapiteln auf 160 Seiten das gesamte Treiben des Bundes der Landwirte nach allen Richtungen hin in quellenmäßiger Weise behandelt wird. Das Studium dieses Buches 'kann deshalb jedem, der aus Beruf oder Neigung sich mit dem Kampf gegen die hetzerische Tätigkeit des Bundes der Landwirte zu beschäftigen hat, auf das wärmste empfohlen werden. Um unfern Lesern eine wertvolle Probe aus dem Inhalt dieser Schrift zu gewähren, geben wir mit Erlaubnis des Verfassers das Kapitel „K o n f e s s i o n e l l e Hetz e" hier wieder: Herr von Wangenheim hat zwar auf der letzten (1910) Provinzialversammlung des Bundes der Landwirte in Breslau erklärt: „Es ist ein Hohn auf die religiöse Liebe, wenn man mit Haß und konfessioneller Verhetzung kämpft"; in der Praxis aber hat der Bund der Landwirte von dieser religiösen Duldsamkeit sehr wenig verspüren lassen. Das auffällige Liebeswerben um die Gunst der Katholiken bzw. des politischen Zentrums, wie es im letzten Jahre insbesondere von den Herren Or. Hahn und Oertel betrieben wurde, datiert auch erst seit dem Zusammenbruch des Bülowbtocks. Früher haben sowohl der Leiter der „Deutschen Tages-Ztg.", wie der Herr Bundesdirektor**) sich nicht selten *) Im Selbstverläge des Verfassers. (Groß-Lichterfelde-West, Ningstr. 34). Preis 1.50 M. **) Herr Dr. Hahn wird Wohl wissen, warum die „Köln. Volks-Ztg." einst folgendes, nicht gerade sehr schmeichelhaftes Charakterbild von ihm entwarf: „Dr. Hahn gehört zu den unbedeutendsten Persönlichkeiten in den parlamentarischen Körperschaften; das leuchtet ihm aber so wenig ein, daß sein Auftreten im umgekehrter! Verhältnis zu seiner . Bedeutung steht . . . Seine Beredsamkeit besteht darin, ein langes Gerede ohne Inhalt mit nationalen Phrasen aufzu putzen."