Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 351 (sequence 6)
- Language
- German
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VereinsnachrichLen. 351 erstattung über die letzte Hauptversammlung des Central-Bereins in Berlin, an der er als Delegierter der Ortsgruppe Aachen teilgenommen hatte. Nachdem sodann der bestehende Vorstand wiedergewählt und auf Antrag des Vorsitzenden zwei neue Mitglieder, die Herren Philip Levy und Rechtsanwalt wr. Löwenstein, in den Vorstand ausgenommen waren, eröffnete Herr vr. Bau m aus Cöln den zweiten Teil des Abends mit einer Rede über „Unsere Gleichberechtigung in Theorie und Praxis". Nach ihm ergriff Herr Rechtsanwalt Abel aus Essen das Wort zu seinem Vorrrage über „die bevorstehenden Reichstagswahlen" und zum Schluß sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld-Essen über den „wirtschaftlichen Antisemitismus". Die Ausführungen der Redner fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung und hatten das Ergebnis, daß 18 neue Mitglieder für den Central-Verein gewonnen wurden. Nach einer lebhaften Debatte wurde die Versammlung unter Dankesworten an die Redner vom Vorsitzenden geschlossen. — lieber /die am 25. April d. I. in Göttin gen veranstaltete Central-Vereins-Versammlung hat das amtliche Kreisblatt für den Stadt- und Landkreis Göttingen folgenden Bericht erstattet: „In der hiesigen Ortsgruppe des „Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", eines Schutzverbands unserer jüdischen Mitbürger der über ganz Deutschland verbreitet ist (mehr als 140 000 Mitglieder) hielt vorgestern abend Herr Referendar Dr. Regensburger aus Braunschweig einen Vortrag über die Zurücksetzung der Juden im preußischen Heere. In packender Darstellung zeigte der Redner an der Hand eines reichen statistischen Materials, wie die Juden im preußischen Heere ihres Glaubens willen die größten Zurücksetzungen erführen. So sei seit über 25 Jahren in Preußen kein Jude Reserveoffizier geworden, obgleich in bezug auf ihre militärische Tüchtigkeit seitens der höchsten .Kommandostellen die ehrendsten Zeugnisse wiederholt ausgestellt wurden. Der jüdische Einjährige wird aber, sofern er sich taufen läßt, sofort zum Reserveoffizier befördert. Mit Recht.hob der Redner hervor, wie der Zentrumsabgeordnete Gröber einst .auf diesen Uebelstand hingewiesen und eine solche Belohnung für Heuchelei und Charakterlosigkeit aufs schärfste gebrandmarkt habe, indem er bemerkte, daß im