Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 350 (sequence 5)
- Language
- German
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350 Im deutschen Reich. stattet hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. G o l d rn a n n - O p p e l n feinen Vortrag: „Das Taufjudentum — die innere Gefahr." Nach einigen kurzen statistischen Angaben und einem Hinweis, daß die innere Stärkung, die der Central-Verein geschaffen habe, uchs ertaube, nunmehr auch die Tauffrage genauer zu betrachten, ging der Vortragende zunächst auf die Frage ein: „Was stellt die Taufe dar?" Er wandte sich dem Problem zu, wer Schuld an der Abfallplage habe, um zu zeigen, daß der Anteil der Mission gering, der der Juden durch die Lässigkeit den Getauften gegenüber, durch Mangel an Selbstbewußtfein im Verkehr mit ihnen usw. schon ernsthafter gewertet werden müsse, daß aber der einflußreichste Proselytenmacher der preußische Staat sei, ewnn er Anstellung oder Beförderung von der Taufe und Naturalisationen von dem Uebertritt abhängig mache. Der Vortragende behandelte hierauf den Schaden, den die Täuflinge für das Judentum bedeuten, der nicht nur in der bedauerlichen Verminderung an geistiger und finanzieller Kraft besteht, osndern auch darin, daß der getaufte Jude uns den Kampf um die Gleichberechtigung erschwert, indem er es dem Staate erleichtert, sein Unrecht fortzusetzen, und indem er durch seine offen zu Tage liegende Streberei fatsche Anschauungen über die Juden erweckt. Als wirksamstes Mittel, dem Abfall Einhalt zu tun, bezeichnete Redner den Anschluß an den Central- Verein, der in der Sage sei, mit Nachdruck solche bösen Erscheinungen zu bekämpfen, sowie die Erziehung der Jugend im Sinne der Vereinsidee zu einem aufrechten und stolzen Geschlecht. — Diese Ausführungen fanden lebhaften Anklang. Nach Dankesworten des Vorsitzenden wurde die Diskussion eröffnet, in der insbesondere Herr Rabbiner Dr. M ü n z in Gleiwitz sich zustimmend äußerte und es auch als Ehrenpflicht jedes Juden darstelltc, dem Central-Vereine beizutreten. Es wurde beschlossen, durch Agitation von Haus zu Haus für den Central-Verein zu werben. — Auf den 22. April hatte der Vorstand der Aachener Ortsgruppe des Central- Verbau des eine Versammlung einberufen. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr H. G o t t f e l d , eröffnete die Sitzung mit einer Erstattung des Geschäftsberichtes über das abgelaufene Geschäftsjahr und erteilte dann Herrn Referendar Löwen st ein das Wort zu einer Bericht-