Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 333 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau. 33: Straße weissagt: „Heute, wenige Wochen seit Veröffentlichung seines Wahlaufrufes stehen dem Central-Verein schon über 13 000 M. zur Verfügung; drei- und vierfach kann sich die Summe erhöhen, die verwandt werden soll, gegen die Konservativen, Bund der Landwirte, Deutsch-Sozialen und Reformer." Nicht minder angenehm berührt uns das Zugeständnis: „Gewiß der Hebräer Wahlaufruf hat uns gefallen." Wir wissen wohl, daß dieser Beifall darauf zurückzuführen ist, daß wir mit unseren Gegnern nicht in hebräischer Sprache, sondern in unserer deutschen Muttersprache reden, so verständlich als möglich, auch für Antisemiten, die an der frischen und furchtlosen Kampfweise,- mit der wir die Abwehr üben, merken müssen, wie wir als deutsche Staatsbürger der Meinung sind, daß die beste Parade der Hieb ist. Daß dabei fast jeder Hieb gegen die Antisemiten gesessen hat, zeigt deutlich ihr lendenlahmes Zurückgreisen auf angeblich bedenkliche Aeußerungen, die in uralten Schriftdenkmälern der Juden enthalten sein sollen, in Wirklichkeit aber von Ueberläufern, die das Zuchthaus milden Aermeln gestreift hatten, hineingedeutet worden sind. Mit solchen bezahlten Konvertiten-Arbeiten, die längst durch kenntnisreiche christliche und jüdische Autoritäten als Fälschungen gebrandmarkt worden sind, wird nicht das Geringste gegen das Judentum oder gegen die Juden bewiesen. Selbst wenn mit der in jenen Schriften häufigen Bezeichnung „Akum" (Sonnen- und Sternanbeter) die Antisemiten des Mittelalters gemeint gewesen wären, was weder mit der Zeit der Entstehung noch mit dem Wortlaut des erwähnten Schrifttums irgendwie in Einklang zu bringen ist, würde dies für die Judenhetzen im 19. und 20. Jahrhundert keine Entschuldigung bieten. Was im Pentateuch, in den Propheten und Psalmen jeden fühlenden Menschen erbauen muß, bildet den Jungbrunnen der jü d is ch e n Eth ik. Sie berechtigt die deutschen Juden, sich, nicht wie die „Staatsbürger-Zeitung" es wünscht „d e u t f ch e St a a t s b ü r g e r jüdischer R a s s e", sondern mit Stotz deutsche Staatsbürger jüöischen Glaubens zu nennen; sie flößt ihnen die Hoffnung ein, daß künftig unsere christlichen Mitbürger in uns die besten Mitkämpfer