Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Antisemitismus in der Schule
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 327 (sequence 5)
- Language
- German
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Eine antisemitische Anremplung im anhalt. Landtage. 327 darüber zu Wachen, daß eine Zurücksetzung jüdischer Schüler und eine prinzipielle Ausschließung von Schüler-Vereinen nicht statthat, und, wo dies dennoch der Fall ist, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln b>e käm p f t wird. Hier gibt es kein zaghaftes Zurückweichen; wir beanspruchen keine Vorrechte, aber Recht für alle, zumal für unsere der Schule anvertrauten Kinder! ■¥■ * H * Eine antisemitische Anrempetung im anßattischen Landtage. Im anhaltischen Landtage erhob in der Sitzung vom 5. April 1911 der Abgeordnete Rechtsanwalt Dr. Cohn aus Dessau als Redner der Fortschrittlichen Volkspartei Vorstellungen gegen das Uebermaß der nach geltendem Wahlrecht den Großgrundbesitzern vorbehaltenen Mandate. Gegen seine wirkungsvolle Rede wußten die Konservativen nichts anderes vorzubringen, als daß sie durch ihren Sprecher, den Abgeordneten v. Trotha, eine regelrechte antisemitische Hetze begannen. Abgeordneter v. Trotha führte aus: Er wisse sich von Antisemitismus frei; was aber würde Abgeordneter Dr. Cohn erwidern können, wenn er behaupten würde, daß der größte Teil allen Elends von den Juden komme? (Zuruf des Abg. Dr. Cohn: Das würden Schlagworte sein!) Jüdische Blätter seien es, die fortgesetzt gegen das Christentum hetzten. Kaum ein fauler Bankerott, kaum ein Schwindel, kaum ein Mädchenhandel passiere, an dem nicht in erster Linie Juden beteiligt seien. Nachdem der Abg. Dt. C o h n zunächst diese Auslassungen in gebührender Weise als bloße Ausflüchte gekennzeichnet hatte und als einen Versuche die Aufmerksamkeit von der den Konservativen nicht angenehmen Debatte abzulenken, wandte er sich in erster Reihe gegen den allen Juden gemachten Vorwurf, daß jüdische Blätter gegen das Christentum hetzten. Unter diesen „jüdischen" Blättern könnten selbstverständlich nur Blätter wie das „Berliner Tageblatt" und andere politische