Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit in der Zeit vom Februar 1909 bis Februar 1911
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 323 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316811-2344799--21594-2344857- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Antisemitismus in der Schule. 323 praktischen Arbeit angesehen hat, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen. Innerhalb des Judentums hat der Verein streng an seiner Neutralität festgehalten. Er hat niemals zu irgendeiner inneren Frage des Judentums Stellung genommen, um es den Juden jeglicher religiöser und politischer Richtung, wenn sie nur aus dem Standpunkt des Z 1 der Satzungen des Vereins stehen, zu ermöglichen, mitzuarbeiten. Aus diesem Standpunkt gedenkt der Vorstand auch in Zukunft stehen zu bleiben, weil die Mitarbeit aller deutschen Juden an den Aufgaben des Vereins und die Geschlossenheit im Kampfe gegen den Antisemitismus als eine unbedingte Notwendigkeit erachtet werden muß und jedes Hineintragen irgendwelcher Partikular-Tendenzen in den Central-Verein ganz allein den Antisemiten durch Schwächung der jüdischen Kampfbereitschaft zugute käme. D e r V o r st a n d des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaube n s. * Antisemitismus in der Schute. Ganz besonders verheerend und vergiftend wirkt der Antisemitismus in der Schule, sei es, daß er von Schülern ausgeht oder daß er bei Lehrern in die Erscheinung tritt. Der Central-Verein hat es daher von jeher als eine seiner ersten Pflichten betrachtet, tatkräftig vorzugehen, .wo eine Zurücksetzung oder Gefährdung von Schülern wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum offenbar wurde. .Er hat sein Augenmerk auf solche Bücher in den Schüler-Bibliotheken gerichtet, die eine Verletzung oder Verhöhnung des Judentums enthalten und wiederholt durch Vorstellungen bei den Behörden ihre Entfernung erzielt. Er hat mehrfach Beschwerden über Lehrer erhoben, die in unzulässiger Weise jüdische Schüler verspotteten oder zurücksetzten. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, vorstellig zu werden, wo Schüler- Vereine grundsätzlich jüdischen Schülern den Eintritt in den Verein verwehrten.