Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit in der Zeit vom Februar 1909 bis Februar 1911
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 319 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316811-2344799--21590-2344853- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit usw. 319 Eingreifen in -allen diesen Fällen hat genützt. Die Abgeordneten Zu unseren Hauptversammlungen werden unserer Sache dienen können, wenn sie in ihren Gruppen mit aller Energie darauf hinwirken, daß das Material gesammelt und uns Zur Kenntnis gebracht wird. Ob und in welcher Form dann Beschwerden abgehen, wird in jedem Einzelfalle geprüft werden. Unter keinen Umständen darf es jedoch geduldet werden, daß derartige Fälle ohne Prüfung und Untersuchung einfach verschwiegen werden. Es bleibt gerade auf diesem Gebiet für die Tätigkeit der Gruppen noch ein weites Feld. 15) Antisemitismus in akademischen Berufen. Die bekannten Fälle Britz und .Lübeck haben gezeigt, welche Aufmerksamkeit bei der Besetzung von Stellungen in Krankenhäusern am Platze ist. Wir werden unbedingt darauf dringen müssen, daß bei größeren städtischen Krankenhäusern, die tatsächlich vielfach einen Ausschluß von Juden haben, die Assistenten- und MedizinälprakLikantenstellen für Juden freigegeben werden. Der immer wachsenden Erschwerung des Ergreifens von Berufen mit akademischer Vorbildung muß ein Damm entgegengesetzt werden. Die traurigen Verhältnisse in den chemischen Fabriken haben sich leider nicht gebessert. Alle diesbezüglichen Versuche sind ohne Erfolg geblieben. Es wird energisch 'daraus hingewiesen werden müssen, daß durch Einwirkung auf die Aufsichtsräte der Gesellschaften eine Besserung erreicht wird. Ferner hatten wir uns mit den Anftellungsverhältnissen akademisch gebildeter Lehrer mehrfach zu befassen und alle an uns herantretenden diesbezüglichen Anfragen zu erledigen.! 16) Wirtschaftlicher Antisemitismus. Die Bearbeitung des -wirtschaftlichen Antisemitismus hat einen großen Teil unserer Tätigkeit in Anspruch genommen. Der Kampf gegen die verderblichen Tendenzen des Deutschnanonalen Handlungsgehilfen-Verbandes ist von uns mit Energie ausgenommen worden, und es steht zu hoffen, daß unsere Ortsgruppen in allen denjenigen Füllen, in denen bisher dieser Seite unserer Tätigkeit ein genügendes Interesse noch iticTjt entgegengebracht wird, nach dieser Richtung hin tätig sein werden. Insbesondere gilt es, bei den Kaufmannsgerichts-