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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 287

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
[Ohne Titel] / M.
Date
1911-05-01
Page
287 (sequence 2)
Language
German
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Vereinsna chricht en. einem größeren Hang zur Mystik herrühren, da das dogmenlose Judentum keine Mysterien kenne. Daß der Staat auf die Taufe eine Prämie fetze, fei für die Juden einerseits ein Nachteil, andrerseits aber der schmeichelhafte Beweis, daß die jüdische Intelligenz zur Ausfüllung der Lücken in dem Verwaltungsmaterial als unentbehrlich betrachtet werde. In scharfen Ausdrücken geißelte der Vortragende die auf eine verächtliche Feigheit und Gedankenlosigkeit zurückzuführenden K i n d e r t a u f e n. Wer sich dieses Unrechts schuldig mache, bestrafe sich selbst. Bon den Juden, die ohne Ueberzeugung sieh in christliche Kreise durch einen Akt der Unwahrheit drangen, müssen Juden und Christen sich gleichmäßig absondern; sie gehören nicht mehr in anständige Kreise. Gegen die Versuche zum Abfall sei Selbstzucht und das Bestreben, sich von den Lehren und der Geschichte des Judentums eine genauere Kenntnis zu verschaffen, das beste Mittel. Wir müssen unsere Achtung vor der Religion unserer Väter durch größere Achtung vor den Lehrern dieser Religion bekunden, unfern Charakter stählen im Kampf für unser Recht und schon unsere Jugend zu diesem in den Jugendvereinen heranziehen. Wenn wir so im Central-Berein einig und fest zusammenstehen und gesinnungstüchtige und vorurteilsfreie Bekenner anderer Religionen uns bei unserm Kampf ums Recht unterstützen, dann wird der Sieg der guten Sache nicht ausbleiben. — An den mit großem Beifall anfgenommenen Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Debatte, in der verschiedene von dem Referenten behandelte Punkte zu einer weiteren Aussprache führten. — Ebenso zahlreich besucht war die am 30. März d. I. im Saale des Lehrervereinshauses veranstaltete Versammlung der B erliner V e r e i n s g r u p p e O. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache erteilte der Vorsitzende, Herr Dr. med. Edmund Werner, Herrn Reichstagsabgeordneten Rektor Paul Sommer das Wort zu einem Vortrage über das Thema: „Der Antisemitismus, ein Zerrbild zeitgenössischer Kultur". In lichtvoller Weise suchte der Vortragende den Nachweis zu führen, daß der Deutsche berufen sei, allen Völkern als Kulturträger zum Vorbild zu dienen, die deutsche Kultur allen Religionsgemeinschaften gemeinsam und es nur auf die Rassenfrage zurückzuführen sei,, wenn

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