Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- Falsche Auffassungen
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 257 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Verkehr mit Rußland. 257 Juden nun auch noch in zunehmenden Maße ans der kaufmännischen Laufbahn verdrängt werden, so wirb notwendigerweise ein Zustand eintreten, der im allgemeinen Interesse, nicht allein im spezifisch-jüdischen, ans das äußerste beklagt werden muß. Die konfessionelle Zersplitterung ist ein Unglück für das deutsche Volk. Sie zu bekämpfen ist unter allen Umständen verdienstlich. Dabei soll gar nicht verkannt werden, daß es Firmen gibt, die einen oder den andern Posten mit Christen besetzt haben wollen, z. B. deswegen, weil sie der von uns nicht geteilten Meinung sind, em gewisses MischungsVerhältnis im Bekenntnis des Personals sei wünschenswert. In solchen Fällen werden die Betreffenden aber niemals in einer Zeitungsannonce das Wort „Christ" besonders herv o r h eben, weil si e genau wissen, daß d u r ch den in vielen Kreisen sanktionierten Sprachgebrauch dieses Wort „Christ" speziell den antisemitischen Einschlag des Geschäfts b e - io eisen soll. Wir veröffentlichen niemals eine Firma, ohne bei unseren lokalen Organisationen Erkundigungen eingezogen zu haben. Handelt es sich um Firmen, die aus ihrem Antisemitismus keinen Hehl machen, so werden sie sich nicht wundern, wenn auch die jüdische Kundschaft wegbleibt. Solchen Leuten von jüdischer Seite noch Geld ins Haus tragen, hieße ein Verbrechen begehen. Wir sind überzeugt, daß bei objektiver Prüfung dieser Verhältnisse unsere leidenschaftslose Stellungnahme auch zu diesem Problem gebilligt werden muß. Ludwig Holländer. $ Der WerLeHr mit Hlußkand. Von der Leipziger Zeitschrift „Die Post reisender Kaufleute" ist am 2. März darauf hingewieseu worden, daß durch eine Reihe von Exporteuren den Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin Klagen über die schikanöse Behandlung von Geschäftsreisenden jüdlschens Glaubens durch russische Be-