Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 234 (sequence 9)
- Language
- German
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234 Im deutschen Reich. Vereins in Zukunft mit aller Intensität tätig zu sein. Die Versammlung in Elberfeld wurde von Herrn Rechtsanwalt Dr. greift geleitet, nachdem der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Stadtrat S i m o n, sie mit einer Begrüßungsansprache eröffnet hatte. In Barmen hatte sich der Vorsitzende der dortigen Ortsgruppe, Herr Kommerzienrat Wahl, mit lebhaftem Interesse unserer Sache angenommen. — Wir berichtigen die in dem vorigen Heft veröffentlichte Lifte-der Apotheker, die bei Ausschreibung von Stellen jüdische Bewerber ausschließen, durch die Mitteilung, daß irrtümlicher Weise der Besitzer der Engelapotheke in Halle, Herr Keil, wiederum darin aufgeführt ist, obgleich seine Streichung in Folge erhaltener Aufklärung schon früher beschlossen war. Ferner hat uns der Besitzer der Friedrich- Wilhelm- Apotheke in Charlottenburg, Leibnizstr. 6, Herr G. Saalenbinder, mitgeteilt, daß das Inserat, welches die Aufnahme in unsere Liste veranlaßt hat, während seiner zeitweiligen Abwesenheit von Charlottenburg von seinem Vertreter aufgegeben wurde, die von ihm selbst aufgegebennen Inserate den konfessionellen Vermerk nicht enthalten haben. Auch der Besitzer der Einhorn-Apotheke in Kreuznach versichert, daß die betreffenden zwei Inserate mit dem konfessionellen Zusatz nur irrtümlich oder von böswilliger Seite in die „Pharmazeutische Zeitung" gelangt seien, da die Fassung seinen Anschauungen nicht entspreche, und er erst im vergangenen Jahre einen Israeliten beschäftigt habe. Wir halten derartige Verwahrungen für sehr erfreulich; sie berechtigen zu der Hoffnung, daß bei Vakanzen im Apothekenbetrieb künftig der unsere Glaubensgenossen kränkende „öffentliche" Ausschluß jüdischer Bewerber allgemein in Wegfall kommen und von solchen Apothekenbesitzern, die sich entschieden gegen den Vorwurf antisemitischer Gesinnung verwahren, diese auch durch vorurteilslose Prüfung von Bewerbungen jüdischer Apothek'ergehilfen betätigt wird. — Unsere S. 147 unseres Märzheftes enthaltene Bemerkung über wiederholte Inserate der Firma Franz Bergmann & Co. in Cöln ist dadurch gegenstandslos geworden, daß diese Firma eine jüdische Verkäuferin engagiert hat.