Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 233 (sequence 8)
- Language
- German
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Vereinsnachr achten. 233 war so zahlreich besucht, daß der Saal des Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde schon vor der Eröffnung überfüllt war. Herr Professor Dr. A. Albu hielt dann einen Vortrag über „Die Krankheiten der Juden", dessen interessanter Inhalt in einem ausführlichen Auszuge in diesem Hefte, S. 201, mitgeteilt wird. Die Zuhörer folgten den belehrenden Ausführungen mit sichtlicher Spannung und zollten am Schlüsse dem Redner langanhaltenden Beifall. Der Vorsitzende verwies sodann auf das hohe -Verdienst des Vortragenden, durch seine lichtvollen Darlegungen eines der beliebtesten Rüstzeuge der Antisemiten zerstört und die Fabel von den besonderen Krankheiten der Juden ad absurdum geführt zu haben. Dafür gebühre ihm der herzlichste Dank. Nach Eröffnung der Diskussion versuchte ein junger Arzt,' im Gegensatz zum Vortragenden, auf Grund der bei den Juden infolge von angestrengter Geistestätigkeit, von vielfachen Schwierigkeiten in der Berufstätigkeit, von erschwertem Fortkommen und anderen äußeren Einwirkungen verhältnismäßig häufigen Nerven- und Geisteskrankheiten auf eine rassenbiologische Eigenart der Juden zurückzuführen. Er erfuhr aber lebhaften Widerspruch aus der Mitte der Versammlung, besonders, nachdem er zuletzt zur Bekämpfung des Hebels die Schaffung eines jüdischen Bauernstandes in einem eigenen Lande empfahl. Um so lebhafter war der Beifall, den die Herren Sanitätsrat Dr. Wiesenthal und Professor Dr. Albu für die treffende Widerlegung der Einwürfe des Vorredners ernteten. — Aus dem bergischen Lande: Am 15. März fand in Elberfeld und am 16. März in Ba rtnen eine Versammlung des Central-Vereins statt. Beide Versammlungen waren ausgezeichnet besucht. Es referierte in Elberfeld Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld-Essen über die Hauptversammlung des Central-Vereins und in Barmen über das Thema „Die Juden im Heere", während der Vereinsshndiküs, Herr Rechtsanwalt Dr. H o l l ä n d e r-Berlin, in Elberfeld über „Deutschtum und Judentum" und in Barmen über „Die Vereinsarbeit und deren Erfolge" sprach. Beide Versammlungen brachten dem Verein einen wesentlichen Mitgliederzuwachs und geben den Ortsgruppen Elberfeld und Barmen sicherlich Veranlassung, im Interesse des Central-