Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Leipzig
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 225 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 225 Nachrichten" vom 7. März d. I. veröffentlicht wurde und dessen Schluß lautete: „Man vertraue sich also voll und ganz einem christlichen Fachmann an." O Stuttgart, 15. März. Das hier erscheinende „Neue Tageblatt", meldet, daß dem Vorstand der Vereinigung bayerischer Reserveu n d L a n d w e h r o s f i z i e r e in Stuttgart vom Prinzregenten Luitpold der Verdienstorden vom heiligen Michael verliehen worden sei und knüpft daran die Bemerkung: „Die Verleihung ist insofern von Interesse, als Dr. Rosenstein der mosaischen Konfession angehört." Sie ist es aber wohl auch deshalb, weil er in Deutschland der einzige jüdische Vorstand eines Vereins von Reserve- und Landwehr-Offizieren ,)eitt dürste. 9 Vaö 4. März. Der vor einiger Zeit hier verstorbene Bezirkstierarzt Johann Büttner hatte der Stadt sein ganzes, etwa 70 000 Mark betragendes Vermögen unter der Bedingung vermacht, daß die Zinsen dazu dienen sollten, Söhnen minderbemittelter Einwohner von Orb den Besuch besserer Schulen zu ermöglichen, während Söhne minderbemittelter jüdischer Bürger von Orb von den Stipendien ausgeschlossen bleiben sollten. Mittlerweile haben aber in dürftigen Verhältnissen lebende Verwandte Büttners beim Regierungspräsidenten gegen die Zuwendung Einspruch erhoben. Es ist an den König die Bitte gerichtet worden, die Genehmigung zur Annahme zu versagen, da eine Verletzung der Pflicht gegen hilfsbedürftige Verwandte vorliege. Der letzte Wille des antisemirischen BezirksLierarztes dürste deshalb kaum verwirklicht werden. /I Wien, 15. März. Bei der Verhandlung des Budgetausschusses des österreichische n Abgeordnetenhauses über den Etat des Ministeriums des Innern, hat der Abgeordnete Nemec die Regierung zum Schutz der grundlos aus Preußen Ausgewiesenen ausgesordert. Nachdem sich der Abgeordnete Kotlarsch über das Vorgehen des verbündeten Deutschen Reiches gegen tschechische Handwerker und Arbeiter geäußert hatte, beklagte sich der Abgeordnete Kuranda über die grundlose Ausweisung jüdischer Staatsangehöriger aus den ö st l i ch e n Provinzen Preußen s, und meinte, eine generelle Regelung dieser Verhältnisse durch eine Konferenz mit den Behörden des